Bezahlen mit Facebook gefährdet nicht nur das Portemonnaie

Bezahlen mit Facebook: Info

Das Bezahlen mit Facebook soll bald möglich sein.

Beim Surfen auf Facebook locken Angebote, Werbeanzeigen und Statusmeldungen kommerzieller Anbieter permanent zum schnellen Kauf. Doch bisher ist so ein Spontankauf auf Facebook noch nicht so einfach machbar. Zwar gibt es seit einiger Zeit auf vielen gewerblichen Seiten einen Button, um Waren zu ordern, die Bezahlung läuft aber weiterhin über die klassischen Wege wie Überweisung oder PayPal. Damit soll nach Facebook-Plänen bald Schluss sein. Das Bezahlen mit Facebook soll über den Chat beziehungsweise über die Messenger-App bald nur noch einen Klick entfernt sein.

 

Bezahlen mit Facebook: Geld senden mit nur einem Klick

Um Begehrlichkeiten noch schneller befriedigen zu können, soll ein Bezahlsystem in das Chatsystem integriert werden. Der Vorgang ist dann ganz einfach: Einen Dialog mit Anneliese starten, „$50“ eingeben, „Enter“ drücken, und schon hat Anneliese die 50 Dollar auf ihrem Konto. Voraussetzung ist, dass beide Beteiligten Kartendaten hinterlegt haben. Klassische Kreditkarten sollen nicht funktionieren, stattdessen setzt Facebook auf Debit-Karten, bei denen das Konto unmittelbar belastet wird. Natürlich funktioniert das Bezahlen mit Facebook gleichermaßen über den Browser wie über die Messenger-App. Damit möglichst viele Leute den Dienst nutzen können, kooperiert das soziale Netzwerk sowohl mit Visa- als auch mit Mastercard. Ziel ist es, nicht nur Geld von Person A zu Person B zu transferieren, sondern beispielsweise auch Spiele oder Dienstleistungen auf diese Art verfügbar zu machen. Davon erhofft sich Facebook nicht nur einen finanziellen Gewinn durch Beteiligungen an solchen Transaktionen, sondern auch einen großen Zuwachs von persönlichen Nutzerdaten, die zur weiteren Optimierung von Werbeanzeigen genutzt werden können. Die Nutzung des Bezahlsystems soll kostenlos sein, die Datenübertragung verschlüsselt stattfinden. Zudem können Transaktionen vom Mobilgerät aus per Code oder Fingerabdrucksensor geschützt werden.

 

Geld weg, persönliche Daten auch!

Wie bei jeder Neuerung, die Facebook sich ausdenkt, springen Datenschützer im Dreieck. Wer mit Facebook bezahlt, hinterlässt seine Daten. Und davon hat Facebook in der Regel schon mehr als jeder andere Online-Dienst. Wer also per Chat bezahlen will, gibt Facebook noch genauere Infos über sich und seine Vorlieben. Dies schlachtet Facebook aus, um gezielte Werbung einzusetzen und weitere Kaufanreize zu schüren. Die Einführung des Bezahlens mit Facebook ist ein geschickter Schachzug. Denn wer bisher vor dem Einsatz von kleinen Beträgen in Spielen und Anwendungen zurückschreckte, weil die Bezahlung zu umständlich war, wird sich mit dem Bezahlsystem schneller verleiten lassen, doch mal ein paar Cent hier und da auszugeben. Meist bleibt es nicht bei ein paar Cent und die Ausgaben summieren sich schnell. Neben der umfassenden Datenfreigabe könnte so auch der neue Weg in die Schuldenfalle aussehen.

 

Mit Material von Die Zeit

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