Braun, schwul oder gelb: Apple führt politisch korrekte Emojis ein

Neue Emojis: Info

Endlich: Apple führt politisch korrekte Emojis ein.

Nur wenige Nachrichten, die von einem Smartphone zum anderen geschickt werden, kommen ohne sie aus: Emojis sagen mehr als tausend Worte! Die kleinen Bildchen zu verschiedenen Themen ersetzen in vielen SMS oder Whatsapp-Nachrichten langwieriges Geschwafel und sagen mit knackigen Bildern, was dem Schreiber grad auf dem Herzen liegt. Doch obwohl es zahlreiche Emojis gibt, fühlen sich einige Bevölkerungs- und Gesinnungsgruppen diskriminiert. Apple will die Kritik an der einseitigen Darstellung der Smileys nun beenden und führt politisch korrekte Emojis ein. Doch werden damit nun wirklich alle Randgruppen zufriedengestellt?

 

Neue Emojis sollen eine vermeintliche Diskriminierung beenden

Schon mit der nächsten iOS-Version könnten die neuen politisch korrekten Emojis auf den iPhones und iPads dieser Welt nutzbar gemacht werden. Ähnlich wie bei den Sonderzeichen soll ein Verweilen auf dem gewünschten Smiley ein Zusatzmenü öffnen, in dem der gewünschte Smiley in sechs verschiedenen Farbschlägen ausgewählt werden kann. Von gelb bis dunkelbraun gibt es mehrere Farbschattierungen, aus denen der Nutzer sich eine aussuchen kann. Doch nicht nur Bevölkerungsgruppen mit einer anderen Hautfarbe als dem Standard-Farbton „mitteleuropäisch-rosa“ werden fortan in der Emoji-Liste berücksichtigt. Auch Homosexuelle mit und ohne Kinder sowie Familien mit mehreren Kindern verschiedener Geschlechter finden künftig stärkere Beachtung – natürlich ebenfalls in verschiedenen Farben. Freuen dürfen sich zudem Kanadier, Inder und andere bisher vernachlässigte Völker. Auch 32 neue Flaggen werden bald verfügbar sein. Allerdings sind andere Betriebssysteme möglicherweise weniger tolerant als iOS – wahrscheinlich lassen sich die politisch korrekten Emojis in verschiedenen Farben vorerst nur mit Apple-Geräten betrachten.

 

Ganze Sätze statt bunter Bildchen

Mal wieder wundert man sich, ob die Welt keine spannenderen Fragen bewegen als die, ein blaues Emoji in den Äther schicken zu können. Was ist mit einem Bild für transsexuelle Marsmenschen? Und wieso gibt es keine Smileys mit roten Haaren? Außerdem hat Facebook es vorgemacht: Es gibt mehr Geschlechter zwischen Himmel und Erde, als sich der gemeine Bürger vorstellen kann. Wann wird es also für jedes Geschlecht einen eigenen Smiley geben? Warum werden Brillenträger diskriminiert? Und wieso gibt es keine blonden Smileys? Vielleicht sollte man mehr Anstrengung darauf verwenden, die Artikulationsfähigkeiten der nachrichtenschreibenden Smartphone-Nutzer zu fördern. Wer in der Lage ist, seine Gedanken verständlich zu kommunizieren, muss sich keiner politisch korrekten Emojis bedienen. Vielleicht sollte Apple über eine Reglementierung nachdenken, die das Absenden ausschließlich korrekter, vollständiger Sätze erlaubt. Das wäre doch mal sinnvoll!

 

Mit Material von stern.de

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