Den Herzschlag als Passwort nutzen – unknackbarer Geniestreich?

Herzschlag als Passwort nutzen

Den eigenen Herzschlag als Passwort nutzen: Nymi soll sicheren Log-in ermöglichen.

Hackerangriffe, Cyberkriminalität und Viren machen das Internet unsicher. Gleichzeitig wissen jedoch mittlerweile auch die Letzten, dass wir um dieses „Neuland“ Internet wohl nicht mehr drumherum kommen. Daher hagelt es Neuerfindungen, die persönliche Accounts bombensicher machen sollen. Die neueste technische Innovation: den eigenen Herzschlag als Passwort nutzen. Den kann schließlich keiner klauen. Oder?

 

Diebstahlsicher durch individuellen Herzschlag

Wie individuell kann ein Herzschlag schon ausfallen? Offensichtlich ebenso individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck – so die Erkenntnis, die einer Neuerfindung vorausging. Tests ergaben, dass der persönliche Herzschlag so einzigartig ist, dass er als Passwort zumindest vorerst als unknackbar gilt. Das soll mit der Pulsmessuhr Nymi funktionieren: Das Band sitzt am Handgelenk und vergleicht den gespeicherten Herzschlag mit dem Puls seines Besitzers – selbstverständlich kabellos. Solange es am Handgelenk sitzt, kann es den ganzen Tag verschiedene Log-ins durchführen. Wird es zwischendurch abgelegt und dann wieder gebraucht, ist eine neue Authentifizierung vonnöten – beruhigend im Falle eines Diebstahls. Der Dieb benötigt den Log-in des Menschen, den er soeben bestohlen hat.

 

Herzschlag-Passwort begeistert Investoren

Die Idee, den Herzschlag als Passwort zu nutzen, scheint genial – Nymi stößt auf große Resonanz. Über 10.000 Mal wurde das Gerät bereits bestellt. Hergestellt wird es von der Firma Bionym, die bereits mehrere vergleichbare Produkte in der Planung hat. Zu den Investoren gehören Relay Ventures, Ignition Partners und auch Master Card – das Kreditkartenunternehmen steuerte bereits im Jahr 2013 rund 1,4 Millionen Dollar zu der Innovation bei.

 

Nymi als neue Herausforderung für Hacker

Auf den ersten Blick ist das Herzschlag-Passwort eine sichere Log-in-Methode. Ob sie sich tatsächlich in der Masse durchsetzt, bleibt abzuwarten. Die Bezahlung per Fingerabdruck galt als eine ebenso individuelle und vermeintlich unhackbare Methode – schreckte aber den Otto Normalverbraucher ab und setzte sich nie durch. Möglicherweise liegt das am Unbehagen, den eigenen Körper für technische Authentifizierungen zu nutzen. Sollte es vor einiger Zeit noch der Fingerabdruck sein, ist es nun das Zentrum des Körpers, das Herz. Vielen ist das zu persönlich, zumal es bislang immer nur eine Frage der Zeit war, bis auch die neueste Authentifizierungsmethode geknackt wurde. Somit rechtfertigt auch kein Sicherheitsversprechen diesen größtmöglichen Eingriff nicht nur in die Privatsphäre, sondern in den eigenen Körper.

 

Mit Material von www.nymi.com, Computerbild

Bild © Nymi