Energiekosten senken: Für Familien und Geringverdiener inzwischen existenziell notwendig

Energiekosten senken: Info

Energiekosten senken gelingt schon durch die Beherzigung einiger weniger Tipps.

Immer wieder warnt der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. vor den steigenden Energiepreisen: Inzwischen sei ein Preisniveau erreicht, das es einkommensschwachen Haushalten und Familien schwer mache, die Rechnungen für Heizung und Strom zu bezahlen. Eine Grenze ist erreicht und selten war das Thema Energiekosten sparen so dringlich wie jetzt. Die Verbraucherzentralen bieten kostenlose Energieberatungen an, um dabei Hilfestellung zu geben. Doch auch ohne professionelle Hilfe kann der Verbraucher mit einigen Tipps und Tricks seine Energiekosten deutlich senken.

 

Verbraucherzentrale: Energiekosten steigen deutlich

In einer Mitteilung schildert der Bundesverband, dass eine vierköpfige Familie – als Musterhaushalt – mit einer 120 Quadratmeter großen Wohnung, einem monatlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden und einer mit Heizöl betriebenen Heizung im Jahr 2013 fast 3.100 Euro allein für ihre Energiekosten ausgibt. Heruntergerechnet werden so Monat für Monat 250 Euro nur für Strom und Heizung ausgegeben – eine enorme Belastung der Haushaltskasse. Damit waren die Energiekosten 2013 um 78 Prozent höher als noch im Jahr 2000. Für den Musterhaushalt der Verbraucherzentrale war das Jahr 2014 dann zwar nicht mehr ganz so teuer – hier betrug die Steigerung der Dezemberwerte im Vergleich von 2014 zu 2000 „nur“ 54 Prozent –, doch das verdankt sich größtenteils dem Einbruch der Benzinpreise. Das Problem bleibt weiterhin bestehen: Energie ist inzwischen so teuer, dass die Haushaltskasse darunter deutlich leidet. Und: Die Energiekosten zu senken, kann inzwischen der Ausweg aus dem Ruin sein.

 

Energiekosten senken über Preis und Verbrauch

Wie aber können die Energiekosten gesenkt werden? Die Energieberaterin der Verbraucherzentrale, Birgit Holfert, bringt es auf den Punkt: An zwei Stellschrauben könne gedreht werden, am Preis und am Verbrauch. Der Wechsel des Stromanbieters ist heutzutage sehr einfach machbar, viele Formalitäten übernehmen inzwischen die Stromanbieter für ihre Neukunden. Doch ist davor ein gründlicher Vergleich der Stromanbieter unabdingbar. Ansonsten kann der Versuch, die Energiekosten zu senken, in einer bösen Überraschung enden. Bei der Suche sind Vergleichsportale ein idealer Partner, schlüsseln sie doch die Angebote der Unternehmen gründlich auf und visualisieren Unterscheide und Gemeinsamkeiten der Anbieter. Doch ob Wechsel oder nicht, eine noch viel wichtigere Stellschraube ist der eigene Verbrauch.

 

Energiekosten senken beim Haushaltsgerätekauf – Große Taten…

Manche Strategien zum Energiekosten senken sind recht aufwändig und auch kostenintensiv: So lassen sich Probleme wie schlecht isolierte Fenster oder Außenwände nicht ohne größeren finanziellen Aufwand beheben. Auch die drei größten Energiefresser im Haushalt – ältere Modelle von Herd, Kühlschrank und Wäschetrockner – können von den meisten Haushalten nicht ohne Mehrkosten durch neue und energiesparende Modelle ersetzt werden. Dennoch: Eine Überlegung ist es wert, denn der Energieverbrauch älterer Geräte geht deutlich ins Geld. So verbraucht etwa das Wäschetrocknen Strom im Wert von 50 Cent – und das Trockengang für Trockengang. Neuere Modelle sind weitaus genügsamer. Ein alter Elektroherd mit Gussplatten kostet aufgrund seines Energieverbrauchs im Jahr rund 100 Euro – ein Induktionsherd dagegen nur 60 Euro. Wenn also größere Anschaffungen im Haushalt geplant sind, sollte gleich die Energieeffizienz der Geräte im Blick behalten werden.

 

… und kleine Tipps: So gelingt es, im Alltag die Energiekosten zu senken

Wer gerade noch keinen neuen Herd braucht, kann dennoch mit einigen wenigen Verhaltensänderungen und Tipps seine Energiekosten deutlich senken. Der vielleicht wichtigste und einfachste Ratschlag: Elektrogeräte sollten nie im Stand-by-Modus belassen werden! Obwohl es inzwischen recht bekannt ist, dass bei Fernseher oder Stereoanlage der Stand-by-Modus eben nicht bedeutet, dass kein Strom verbraucht wird, siegen bei vielen dann doch Gewohnheit und Bequemlichkeit. Was für den Fernseher gilt, gilt auch für die Ladegeräte von Handys oder Laptops: Bleibt das Ladegerät im Stecker, verbraucht es weiter Strom. Der leichteste Weg, Energiekosten zu senken, ist immer noch die Verwendung von Energiesparlampen. Gegenüber gewöhnlichen Glühlampen und Halogenlampen sparen diese bis zu 80 Prozent Energie. Wer sich mit der Energiesparlampe nicht anfreunden kann, dem bleiben LED-Lampen als avantgardistische Alternative: Hier ist die Energieeinsparung sogar noch größer, dafür sind sie aber teurer in der Anschaffung. Auch wenn der ein oder andere Hobbykoch nun vielleicht pikiert aufschreit, so ist auch das Vorheizen des Backofens nicht notwendig, außer etwa beim Backen von Brot oder Blätterteig. Wenn die Speise in den nicht vorgeheizten Ofen gestellt wird, spart das bis zu 20 Prozent des Energieverbrauchs. Umgekehrt kann beim Herd vorgegangen werden: Das Gerät sollte rund zehn Minuten vor Ablauf der Garzeit abgeschaltet werden; die Restwärme der Platte erledigt den Rest. Beherzigt ein Haushalt bereits nur diese wenigen Tipps, so kann er seine Energiekosten deutlich senken. Und das gesparte Geld in einen neuen Wäschetrockner investieren.

 

Mit Material von Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., SWR4

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