Erlaubtes Stehpinkeln: Mietwohnungsbewohner müssen sich nicht setzen

Stehpinkeln in Mietwohnungen: Info

Stehpinkeln in Mietwohnungen gehört zum sachgemäßen Gebrauch.

Um sein Revier zu markieren und seinen Besitzanspruch geltend zu machen, verteilen männliche Rassevertreter Duftmarken an markanten Stellen. So sollen andere Männchen darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich ein Alphatier in der Nähe befindet, mit dem man sich besser nicht anlegen sollte. Versierte Rassevertreter erkennen anhand der Duftmarken, ob der Urheber eine hohe Stellung im sozialen Gefüge innehat, sich vor etwas fürchtet oder krank ist. Was so oder so ähnlich in jedem Hunderatgeber nachzulesen ist, gilt wohl auch für viele Männer der menschlichen Spezies. Wie sonst ließe sich erklären, dass der Mann an sich am liebsten im Stehen uriniert und dies, wenn es in der Öffentlichkeit geschieht, auch vorzugsweise einhergehend mit der Markierung von Bäumen, Zäunen oder anderen strategisch sinnvollen Stellen? Wenigstens das Stehpinkeln in Mietwohnungen darf nicht geahndet werden, entschied jüngst das Amtsgericht Düsseldorf.

 

Auch stubenreine Männer dürfen im Stehen pinkeln

„Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet“, heißt es in der Urteilsbegründung. Auch das Gericht bezeichnet das Stehpinkeln als überholten Brauch, billigt ihn aber trotzdem jedem Mieter zu. Zum Streit war es gekommen, weil ein Vermieter einen Teil der Kaution einbehalten wollte, um damit den Schaden am im Bad ausgelegten Marmorboden zu kompensieren. Durch Urinspritzer war dieser Boden offenbar im Laufe der Mietdauer stumpf geworden. Das Gericht entschied, dass auch das Urinieren im Stehen zum sachgemäßen Gebrauch der Wohnung gehöre und damit daraus resultierende Abnutzungsschäden in Kauf genommen werden müssen. Daraus ergibt sich eine allgemeine Erlaubnis des Stehpinkelns. Mietwohnungsschäden müssen nicht vom Mieter getragen werden, wenn es sich um normale Abnutzungsschäden handelt.

 

Stehpinkeln in Mietwohnungen – muss das sein?

Einen empfindlichen Marmorboden rund ums Klo zu verlegen, ist vielleicht nicht die schlaueste Art und Weise, den Luxus einer Wohnung zur Schau zu stellen. Trotzdem kann man sich als Mann ja auch ein bisschen bemühen, die Schüssel zu treffen. Schließlich ist es nicht nur für den Vermieter unangenehm, wenn sein Boden kaputt ist, sondern auch für Mitbewohner und Gäste, wenn der Boden offensichtlich von Pinkelspuren übersät ist. Das Stehpinkeln in Mietwohnungen und der damit einhergehende größere Spritzradius machen auch eigentlich sowieso keinen Sinn. Immerhin soll das Setzen von Duftmarken andere Artgenossen beeindrucken. Und wie viele andere potente Männer kommen auf dem heimischen Klo mal eben vorbei, um den Geruch des Hausherrn zu überpinkeln? Auch springt kein bedrohlicher Säbelzahntiger ums Eck, wenn man sich zum Urinieren hinsetzt, statt das im Stehen zu erledigen. Zumal man im Sitzen den Feind praktischerweise auch schneller sieht, als wenn er plötzlich dem ahnungslosen Stehpinkler steht. Trotzdem: Besser das heimische Klo nebst Boden vollgepinkelt, als in der Öffentlichkeit jeden Baum zu markieren.

 

Mit Material von wdr.de

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