In den USA sind kommerzielle Drohnenflüge künftig erlaubt

Drohnenflüge: Info

In Amerika sind kommerzielle Drohnenflüge künftig erlaubt.

In den USA hat die Flugaufsichtsbehörde FAA kürzlich kommerzielle Drohnenflüge grundsätzlich erlaubt. Gewerbliche Anbieter wie Amazon drängen schon länger auf eine Lockerung bezüglich der Drohnenregelungen. Sie möchten gern Pakete per Drohnenflug ausliefern und so den logistischen Aufwand minimieren. Doch trotz der Erlaubnis der FAA müssen die meisten Pakete auch zukünftig klassisch über die Straße zugestellt werden. Was geschieht, wenn plötzlich zahllose Drohnen über unsere Köpfe fliegen?

 

Trotz Lockerung der Regeln wird es keine Paketdrohnen geben

Die grundsätzlichen Bedingungen für Drohnenflüge machen ihren Einsatz für kommerzielle Zwecke uninteressant. Neben einer Geschwindigkeits- und Höhenbegrenzung dürfen Drohnen nur tagsüber eingesetzt werden und keine unbeteiligten Personen überfliegen. Hinzu kommt, dass ein permanenter Blickkontakt zwischen dem Piloten oder einem Beobachter und der Drohne bestehen muss. Daher eignen sich Drohnen allenfalls für Kurzstreckenflüge, auf denen sie keinen nennenswerten Vorteil gegenüber anderen Transportmitteln haben. Zudem muss ein Drohnenpilot gewisse Auflagen erfüllen. Er muss mindestens 17 Jahre alt und vom FAA zertifiziert sein. Um sein Zertifikat zu erhalten, sind die Absolvierung eines schriftlichen Tests, die Registrierung der Drohne und die Zahlung von 200 Dollar notwendig – eine Überprüfung der Flugkünste ist offenbar nicht Teil des Tests. Obwohl Drohnenflüge unter den aktuellen Bedingungen nur bedingt für kommerzielle Zwecke genutzt werden können, rechnet die FAA mit rund 7.000 Registrierungen in den nächsten drei Jahren. Mit den bisherigen Regelungen dürften Drohnenflüge aber auch weiterhin eher genutzt werden, um Luftaufnahmen zu erstellen als zum Transport von Gütern. Gleichzeitig hat US-Präsident Obama jedoch angeordnet, dass US-Behörden offenlegen müssen, in welchen Gegenden im Inland sie unbemannte Drohnen einsetzen und was mit den Daten geschieht, die dabei erhoben werden.

 

Der Himmel hängt voller Drohnen

Mit den gelockerten Regelungen hoffen kommerzielle Anbieter nun darauf, dass ihnen in der kommenden Zeit immer mehr Freiräume für gewerbliche Drohnenflüge eingeräumt werden. Wird allerdings der Himmel in einer Höhe von unter 150 Metern bald von tausenden paketausliefernden Drohnen bedeckt, wird es nicht nur duster in vielen Großstädten, sondern auch die Gefahr von Kollisionen steigt. Dies wiederum wird zur Folge haben, dass ständig irgendwelche Dinge vom Himmel fallen, die im besten Fall unbemerkt in irgendeinem verlassenen Wäldchen landen, im schlimmeren Fall jedoch eine Massenkarambolage auf der Autobahn verursachen oder anderweitig Menschenleben gefährden. Mit einer steigenden Zahl von Drohnenflügen müssten also Verkehrsregeln für unbemannte Flugobjekte her. Ob der mögliche Nutzen von Paketdrohnen den Aufwand wirklich rechtfertigt, ist mehr als zweifelhaft.

 

Mit Material von SPIEGEL ONLINE

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