Liechtensteiner entscheiden gegen Strahlensenkung

strahlendes Handy

Liechtensteiner gegen geringere Handystrahlung

Die Bewohner des Fürstentums Liechtenstein haben abgestimmt: Keine neuen Strahlenwerte. Bei der von Wirtschaftsverbänden initiierten Abstimmung stimmten rund 57 Prozent der Liechtensteiner gegen die Senkung des Strahlengrenzwertes von Mobilfunkantennen auf eine Zehntel des bisherigen Grenzwertes.


Liechtenstein sieht von Strahlengrenzwert-Senkung ab

Das Fürstentum Liechtenstein wird seinen Strahlengrenzwert für Mobilfunkantenne nun doch nicht bis zum Jahr 2013 um das Zehnfache reduzieren. Rund 57 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung entschieden sich gegen einen derart niedrigen Grenzwert. Der Landtag des Fürstentums hatte im Mai letzten Jahres beschlossen, den Grenzwert von 6,0 Volt pro Meter auf 0,6 Volt pro Meter zu senken. Auf diese Entscheidung reagierte die Mobilfunkindustrie mit einem Investitionsstopp und drohten sogar damit, sich gänzlich von Liechtenstein abzuwenden. Mit einem Grenzwert von 0,6 Volt pro Meter lasse sich kein qualitativ hochstehendes Mobilfunk-Netz mehr betreiben, begründeten die Betreiber ihre Reaktion laut der Nachrichtenagentur dpa.

Wirschaftsverbände: Initiative zur Rettung des alten Grenzwertes

Die Liechtensteiner Wirtschaftsverbände hörten dies nicht gern und starteten die Volksinitiative zur Rettung des alten Grenzwertes. Mit deren Ausgang dürften sie zufrieden sein, denn die Mobilfunkindustrie will nun wieder investieren. Die Angst der Bevölkerung vor möglichen gesundheitsschädigenden Folgen der hohen Strahlenbelastung soll dabei berücksichtigt werden.

Die Liechtensteiner Wirtschaft hat vor der Mobilfunkindustrie gekuscht – und noch vielmehr: Sie hat sich vor den Globalisierungswagen spannen lassen und der Bevölkerung suggeriert, mit geringerer Strahlung wäre man nicht mehr wettbewerbsfähig.

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Langfristige Wirkung der Strahlung unbekannt

Gesundheitsgefährdung durch Handy-Strahlung umstritten

An der kollektiven Handy-Manie haben bereits die Jüngsten Teil. Eine Gefährdung durch den durch Handy-Strahlung verursachten Elektrosmog ist dabei zwar nicht bewiesen, aber auch nicht ausgeschlossen. Die Mobilfunkindustrie hat für die Bedenken Vieler zwar wenig Verständnis, weiß aber mit einigen kleinen Tricks die verängstigten Bürger ruhig zu stellen. So werden neuerdings Strahlenmasten als Bäume verkleidet oder Werbeplakate etwas geschickter platziert. Da es den Handy-Hype noch nicht lang genug gibt, um zum Beispiel auch bei Kindern langfristige Auswirkungen ausschließen zu können, ist es nicht möglich, hier eine sichere Aussage zu treffen. Das Volk hat in Liechtenstein entschieden und so ist das Ergebnis demokratisch gerechtfertigt. Ob die Angst vieler Bürger von der Mobilfunkindustrie jedoch ernst genommen wird, kann stark bezweifelt werden. Wären die Masten ungefährlich, bestünde nicht die Notwendigkeit einer „Tarnung“.

©iStockphoto.com/ranplett

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