Strom aus Urin: Sind wir bereit für das gelbe Gold?

Strom aus Urin: Info

Recyclingtoilette: Strom aus Urin als günstige Alternative zu Elektrizitätsgewinnung?

Jenseits von Atmo- und Stratosphäre sind wir nicht nur um einiges leichter als unser irdisches Ich, sondern sind darüber hinaus auch weitaus experimentierfreudiger in puncto Urin. Richtig gelesen – es geht um das gelbe Gold. Während die Überreste unseres Flüssigkeitenhaushalts auf Erden noch großteils ungenutzt in Kläranlagen gefiltert werden, wird Urin auf Weltraummissionen recycelt. Doch auch auf Erden tut sich derzeit einiges in Sachen Wiederverwertung: Das Konzept „Strom aus Urin“. Forscher arbeiten zurzeit daran, aus dem gelben Gold Elektrizität zu schaffen.

 

Strom aus Urin gleich erhöhte Sicherheit

Fest steht: Urin ist mehr als ein Konzentrat aus Harnstoff und Wasser. Das wissen auch die Wissenschaftler der University of the West of England. Sie beschäftigen sich derzeit mit der Weiterverwendung von menschlichem Urin – das Ergebnis: eine Toilette, die Harn in elektrische Energie umwandeln kann. Wohl einer inneren Eingebung aus britischem Humor und Forschergeist folgend wurde deren Prototyp vor einer Studenten-Kneipe entwickelt. Die Elektrizität, die das Toilettenhäuschen produziert, erleuchtet selbiges nun. Dabei denkt man in Großbritannien bereits weiter: Möglich wäre etwa der Einsatz der Technologie „Strom aus Urin“ in Flüchtlingscamps. Diese verfügen zumeist nicht über Elektrizität und könnten dank der Energie aus Urin deutlich sicherer für ihre Bewohner werden.

 

Simple Technik, große Wirkung

Dabei funktioniert das zum Einsatz kommende System recht simpel: Die Toilette ist mit sogenannten mikrobiellen Brennstoffzellen ausgestattet – basierend auf einem mikrobiellen Metabolismus. Die in den Zellen enthaltenen Bakterien lösen verschiedene Nährstoffe aus dem Urin und produzieren so ganz nebenbei auch Elektrizität. Darüber hinaus sind mikrobielle Brennstoffzellen sehr günstig – pro Einheit fallen in der Produktion lediglich 1,40 Euro an. Für ein Toilettenhäuschen nach Art des aktuellen Prototyps würden also rund 850 Euro fällig werden. Strom aus Urin könnte bei erfolgreichem Projektabschluss also viel mehr sein als ein ulkiges Experiment – er könnte das Leben vieler Menschen nachhaltig verbessern und einen großen Teil zum Umweltschutz beitragen.

 

Mit Material von trendsderzukunft.de

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