Atomkraft: Laufzeitverlängerungen um 14 Jahre – ein Kompromiss?

9. Aug 2010
Kernkraft

Ist die Atomenergie zukunftsfähig?

Die Debatte um den deutschen Atomausstieg verläuft sich in diesen Tagen in einem Kompromiss. Während einige Meiler bereits im kommenden Jahr vom Netz genommen werden sollen, werden die Restlaufzeiten für andere Kraftwerke um bis zu vierzehn Jahre ausgedehnt. Die letzte Entscheidung über die Restlaufzeiten will die Bundesregierung jedoch erst nach der Sommerpause treffen. Den Rest des Beitrags lesen »


Obama und der Versuch einer überparteilichen Politik: USA setzen wieder auf Kernkraft

17. Feb 2010
Atomenergie

USA bauen erstmals seit 30 Jahren neue Atomkraftwerke

Nach über 30 Jahren werden die USA erstmals wieder auf Atomkraft setzen. Anfang der Woche bestätigte Präsident Barack Obama die Vergabe einer staatlichen Bürgschaft in Höhe von acht Milliarden Dollar für den Bau zweier Atomreaktoren in einem bereits existierenden Kraftwerk in Burke im Bundesstaat Georgia. Den Rest des Beitrags lesen »


RWE will Atommeiler noch 80 Jahre am Netz lassen

3. Nov 2009
Rauchendes Kraftwerk

Achzig Jahre ohne Fortschritt?

Der Atomausstieg Deutschlands ist eigentlich beschlossene Sache, trotzdem plädiert Energieriese RWE nun für verlängerte Laufzeiten. Die alten Atommeiler könnten laut RWE-Chef Jürgen Großmann noch bis zu 80 Jahre am Netz bleiben. Die neue Bundesregierung zeigt sich in diesem Zusammenhang gesprächsbereit.

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Die Sonne als Vorbild – mit Kernfusion zum Weltfrieden?

16. Okt 2009

Bei der Frage nach der effizientesten und trotzdem klimaneutralen Energiegewinnung scheiden sich die Geister. Im französischen Ort Cadarache wollen Forscher nun ein Kraftwerk konstruieren, mit dessen Hilfe das Feuer der Sonne auf die Erde geholt werden kann, um es dann klimaneutral in Energie umzuwandeln.

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Klimapolitik: China in der Klemme

12. Aug 2009
China plant massenhaft Atomkraftwerke

China plant massenhaft Atomkraftwerke

China ist an einer wirksamen Klimapolitik interessiert. Gleichzeitig ist die Volksrepublik aber auf das Wirtschaftswachstum angewiesen. Nun soll der Westen China aus der Klemme helfen. Den Rest des Beitrags lesen »


Glos, Gabriel und die Physik

9. Sep 2008

Frei nach Isaac Newtons Wechselwirkungsgesetz zoffen sich Sigmar Gabriel (SPD) und Michael Glos (CSU) in der Energiepolitik: „Übt ein Körper A auf einen Körper B eine Kraft F1 aus, so übt stets auch der Körper B auf den Körper A eine Kraft F2 aus, die von gleichem Betrage, aber entgegengesetzter Richtung ist.“
Und so geht es zwischen den beiden Streithähnen seit Monaten hin und her. Wagt sich der eine mit einem Statement an die Öffentlichkeit, erfolgt umgehend die Reaktion. Auf die muss dann wiederum reagiert werden und so unterhalten die beiden Politiker eine große Schar von Journalisten und vielleicht inzwischen sogar Fans.
Dabei sind sie in ihrer Auseinandersetzung nicht zimperlich. Während Gabriel vor allem mit markigen Ausdrücken punktet („blauäugig“, „unseriös“, „Atomlobbyismus“) besucht Glos in Seelenruhe demonstrativ finnische Atomkraftwerke oder ruft Arbeitsgruppen ins Leben, die nach ausgiebigem Abwägen überraschenderweise verlängerte Laufzeiten der Atomkraftwerke für unabdingbar erachten.
Aktuellster Anlass für Umwelt-Gabriel, mal wieder ordentlich vom Leder zu ziehen, bevor er in Vergessenheit gerät, ist Glos’ sorgsam ausgearbeitetes Energiepapier. Partout will der CSU-Politiker nicht auf längere Laufzeiten verzichten. Grund genug für Gabriel, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche ausführlich Stellung zu nehmen. Auf die Antwort von Glos darf man bereits gespannt sein. Gehen er und RWE-Chef Großmann in Asse eine Runde schwimmen? Oder preist er die Ruinen von Tschernobyl als neuen Touristen-Erlebnispark? Man darf gespannt sein…


Atomkraft: Steuerfrei und nicht versichert

20. Aug 2008

Die Nutzung von Energieträgern wie Öl und Gas muss laut Gesetzgeber besteuert werden, während die Nutzung nuklearer Brennstoffe unbesteuert bleibt. Zudem sieht das Gesetz über die Produktion von Atomenergie im Schadensfall nur eine Deckung von 2,5 Milliarden Euro vor. Der Präsident des Naturschutzbunds Deutschland e.V., Olaf Tschimpke, bezeichnet deswegen die gesetzlich geforderte Vorsorge für mögliche Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden bei Freisetzung von Radioaktivität als völlig unzureichend.
Daher verlangt der NABU eine Gefahrenzulage für die Atomstromproduktion. Diese Gefahrenzulage soll dann alle Kosten für Sicherheit, Betrieb und Entsorgung abdecken. Durch das hohe Risiko im Schadensfall sind die Gefahren eines Atomkraftwerks auf dem freien Markt nicht versicherbar. Kosten in Milliardenhöhe für den Rückbau von Atomanlagen und die Entlagerung von Atommüll werden nach wie vor vom Steuerzahler und Staat getragen. Aus diesem Grund fordert der NABU, dass die Energiekonzerne einen Teil ihres Gewinns in eine angemessene Vor- und Nachsorge für Sicherheit, Betrieb und Entsorgung investieren, anstatt den Verbrauchern Hoffnungen auf vergünstigten Atomstrom zu machen.


Und wöchentlich grüßt der Atomunfall

24. Jul 2008

Aller guten Dinge sind drei? Es ist jedenfalls bereits der dritte Atomunfall in Frankreich – und das innerhalb von 2 Wochen. Nach den Zwischenfällen von Tricastin und Romans sur Isère, bei denen in der letzten bzw. vorletzten Woche radioaktive Flüssigkeit ausgetreten war, wird nun der nächste atomare Unfall gemeldet. Bei der Inspektion einer Baustelle in der Nähe des südost-französischen Atomkraftwerks Saint-Alban wurden die 15 anwesenden Experten „leichter“ radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Der Vorfall habe aber keine Folgen für die Gesundheit der Betroffenen, beeilte sich Electricité de France (EDF), der größte europäische Stromerzeuger, zu erklären. Diese hätten ohne eine weitere Behandlung direkt nach Hause gehen können. Im Gegensatz zu den verstrahlten Mitarbeitern soll aber nun zumindest der Grund für die freigesetzte radioaktive Strahlung untersucht werden. Die „15 Experten“ dagegen dürfen nun abwarten, welchen Einfluss die Strahlung im Lauf der Jahre noch auf ihre Gesundheit haben kann. Wetten auf die Kernkraftwerke, die in den nächsten Wochen zerbröckeln oder auslaufen werden, werden noch angenommen. Dafür wendet man sich am besten direkt an die Homepage der Kraftwerks-Betreiber oder an einen glühenden Befürworter und Förderer der Atomkraft wie einen gewissen Herrn Sarkozy.

Nachdem heute der vierte Störfall in einem französischen Kernkraftwerk bekannt wurde – es handelt sich übrigens erneut um Tricastin, sozusagen den Vorreiter unter den atomaren Unfällen der letzten zwei Wochen – werden aus Gründen akuten Aberglaubens keine Wetten mehr angenommen.
Die Atomkraftwerksleitung nannte den Vorfall, bei dem rund 100 Mitarbeiter durch radioaktiven Staub verstrahlt wurden, „belanglos“. Auch dieses Mal hatte die Strahlung selbstverständlich keinen Einfluss auf die Gesundheit der Betroffenen, die – wie gewohnt – ohne ärztliche Behandlung nach Hause gehen konnten. Man gewöhnt sich offenbar an einiges in Frankreich.


Frau Wolf und der grüne Atomausstieg

18. Jul 2008

Zuerst verabschiedete sich 2007 der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Oswald Metzger, mit einem Parteiausstieg und kurz darauf legte Staatssekretärin Magareta Wolf ihr Mandat nieder. Metzger landete bei der CDU – aber nicht, ohne vorher seine Prominenz zu nutzen, um sich gegen seine ehemalige Partei zu profilieren. Wolf wählte den höflichen Ausstieg. Sie machte kein Medienspektakel und bedankte sich förmlich in einem Brief, „dass es ein wirklicher Diskurs war, der die Basis für eine rationale und vor allem gute Debatte über eine grüne Marktwirtschaft gelegt hat.“ Nach ihrem Ausstieg wechselte sie zum Beratungsunternehmen „Deekeling Arndt Advisors“, bei dem sie als Beraterin auch Aufträge der Kernenergie betreut. Während Metzger öffentlich hart kritisiert wurde, blieben die Reihen der Grünen im Fall von Margareta Wolf weitestgehend still. Dabei ist der Atomausstieg den Grünen heilig – also wie kann es sein, dass ihre Staatssekretärin die Lager wechselt? Jürgen Trittin ihr ehemaliger Vorgesetzter, sagte, dass er sie bei einer solchen Lobbyarbeit wahrscheinlich entlassen hätte. Margareta Wolf äußerte sich ebenfalls, dass gerade bei der Diskussion um den Atom- und Kohleausstieg „der diskursive Ansatz in den letzten drei Jahren merklich an Relevanz verloren hat“ und weiter, dass sich die „Partei- und Fraktionsführung gegen die zugespitzte offene Diskussion“ entschieden habe. Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen, Reinhard Bütikofer, hält diese Kritik an den Grünen für ein wenig mimosenhaft. Die grüne Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer kritisiert die Aussagen von Margareta Wolf und fügt hinzu, dass Wolf die „zugespitzte Diskussion“ über Energie und Atomkraft nicht gesucht habe und dass es keine einzige Äußerung von Wolf gegeben habe, dass die Grünen das aktuelle Energieszenario nochmal überdenken sollten. Weiter bestritt Pothmer, dass es jemals Ziel der Grünen gewesen sei, bis 2020 aus der Atom- wie auch aus der Kohlekraft auszusteigen. Bis zum Jahr 2020 hätten die Grünen einen konventionellen Energieanteil von 30 Prozent vorgesehen. Eine Frage, die da offen bleibt, ist, ob das Thema Atomausstieg die mögliche Schwarz-Grüne Koalition scheitern lassen wird. Denn obwohl der Neubau von Kernkraftwerken auch bei der CDU nicht beliebt ist, könnten die Grünen auf die Möglichkeit der Laufzeit-Übertragung von alten auf neue Atommeiler hinweisen. Atomkraft wird auf jeden Fall Wahlkampfthema werden.