Solarenergie vs. Atomstrom: Kontroverse Signale an beiden Fronten

8. Jul 2010
Erneuerbare Energien - Ausbau schreitet voran

Kampf der Energien: Früher oder später geht Ökostrom als Gewinner hervor

Der Kampf zwischen der altgedienten Atomkraft und den erneuerbaren Energien geht in die nächste Runde. Während Koalition und Opposition weiter heftig über die Laufzeiten-Verlängerung für deutsche Atomkraftwerke diskutieren, erhebt sich die „Solar Impulse“ zum ersten Mal in den Nachthimmel. Den Rest des Beitrags lesen »


Umweltschutz und/oder Atomprofit: Schwarz-Gelb übt sich im Spagat

11. Jan 2010
Atomstrom gegen Ökostrom

Nationales Energiekonzept mit Spannung erwartet

Die verlängerten Laufzeiten von deutschen Atomkraftwerken werden voraussichtlich an harte Auflagen geknüpft. Im Rahmen der Förderung erneuerbarer Energien werden der Betrieb von Atommeilern sowie die Kohleverstromung für deutsche Stromkonzerne nicht ohne weiteres möglich sein. Das nationale Energiekonzept, das die schwarz-gelbe Koalition bald vorlegen will, wird zudem einen genauen Fahrplan für den Ausbau der erneuerbaren Energien enthalten. Den Rest des Beitrags lesen »


Neues Verfahren zur Methangewinnung geplant

24. Aug 2009

Im Meeresboden lagern gigantische Mengen Methan, die sowohl das Erdgas, als auch das Erdöl ersetzen könnten. Der Abbau ist allerdings hoch riskant. Im Projekt „Sugar“ (Submarine Gashydrat-Lagerstätten: Erkundung, Abbau und Transport) soll nun eine Technik entwickelt werden, mit der Methan gewonnen und gleichzeitig Kohlendioxid im Meeresboden deponiert werden soll.

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Keine Angst – hat RWE mir gesagt

25. Nov 2008

Der „ProKlima Strom 2011“ Tarif von RWE sorgt für Aufregung. Greenpeace zeigt sich auf der Unternehmenswebsite empört. Die Umweltschutz-Organisation schreibt dem Atomstrom nicht nur wenig Klima förderliche Eigenschaften zu. Anstoß erregt auch die Tatsache, dass sich Achtzigerlegende Stefan Remmler als Werbeträger verpflichten ließ. Der Sänger wurde vor allem durch seine Band Trio und den Hit „Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha“ bekannt.

Der Pressesprecher von RWE Energy, Sebastian Ackermann, sieht das beruflich bedingt ganz anders: „RWE trifft mit seinem Produkt das Kundeninteresse“. Er forderte dazu auf, zu akzeptieren, dass Atomstrom zu den CO2-armen Produktionsarten beim Strom zählt. Ackermann würde verstehen, dass andere Auffassungen existieren, aber man hätte durch die Kampagne niemanden provozieren wollen.

Die Werbespots für den „ProKlima Strom 2011“ Tarif werden im TV, im Radio und in den Printmedien geschaltet. Für Stefan Remmler ist der Atomstrom-Anteil, laut eigener Aussage, „ok“. Für Greenpeace, die SPD und die Grünen ist es weniger okay – wir werden sehen, wie sich der Verbraucher entscheidet.


Pro-Klima-Strom = Atomstrom

13. Nov 2008

Atomstrom hat viele Vorteile, doch die meisten liegen beim Betreiber der Kraftwerke. Um den Kunden die große Freude an den geballten Profiten beim Atomstrom schmackhaft zu machen, hat sich der Essener Energiekonzern RWE jetzt etwas ganz Innovatives ausgedacht.
„Pro-Klima-Strom 2011“ heißt der neue Tarif von RWE und ist damit der erste Tarif für Privatkunden, dessen Strom hauptsächlich aus Atomkraftwerken stammt. Der Kunde bekommt bei diesem Angebot 68 Prozent Atomstrom und 32 Prozent Strom, der aus Wasserkraftanlagen stammt. Beides sehr emissionsarme Herstellungsweisen von Strom, daher auch „Pro Klima Strom“. Bei der Erzeugung von einer Kilowattstunde „Pro-Klima-Strom“ würden nur 0,0018 Gramm radioaktiver Abfall entstehen, die Kohlendioxidemissionen liegen bei Null – wirbt der Konzern. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 fielen durchschnittlich für jede erzeugte Kilowattstunde Strom in Deutschland 0,0008 Gramm radioaktiver Abfall und 520 Gramm Kohlendioxidemissionen an.

Aktuell ist der „Pro-Klima-Tarif“ erstaunlicherweise teurer als der RWE-Grundversorgungstarif, dafür gibt es eine Preisgarantie für die nächsten drei Jahre. Die anderen Stromtarife des Energieversorgers werden wahrscheinlich ab Januar steigen.
RWE möchte als einer der größten Kernkraftsbetreiber in Deutschland wohl Werbung für die Verlängerung der Laufzeiten der eigenen Kraftwerke machen. Bleiben die gesetzlichen Vorschriften wie gehabt, wird RWE spätestens 2011 seine Reaktoren vom Netz nehmen müssen.


Glos, Gabriel und die Physik

9. Sep 2008

Frei nach Isaac Newtons Wechselwirkungsgesetz zoffen sich Sigmar Gabriel (SPD) und Michael Glos (CSU) in der Energiepolitik: „Übt ein Körper A auf einen Körper B eine Kraft F1 aus, so übt stets auch der Körper B auf den Körper A eine Kraft F2 aus, die von gleichem Betrage, aber entgegengesetzter Richtung ist.“
Und so geht es zwischen den beiden Streithähnen seit Monaten hin und her. Wagt sich der eine mit einem Statement an die Öffentlichkeit, erfolgt umgehend die Reaktion. Auf die muss dann wiederum reagiert werden und so unterhalten die beiden Politiker eine große Schar von Journalisten und vielleicht inzwischen sogar Fans.
Dabei sind sie in ihrer Auseinandersetzung nicht zimperlich. Während Gabriel vor allem mit markigen Ausdrücken punktet („blauäugig“, „unseriös“, „Atomlobbyismus“) besucht Glos in Seelenruhe demonstrativ finnische Atomkraftwerke oder ruft Arbeitsgruppen ins Leben, die nach ausgiebigem Abwägen überraschenderweise verlängerte Laufzeiten der Atomkraftwerke für unabdingbar erachten.
Aktuellster Anlass für Umwelt-Gabriel, mal wieder ordentlich vom Leder zu ziehen, bevor er in Vergessenheit gerät, ist Glos’ sorgsam ausgearbeitetes Energiepapier. Partout will der CSU-Politiker nicht auf längere Laufzeiten verzichten. Grund genug für Gabriel, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche ausführlich Stellung zu nehmen. Auf die Antwort von Glos darf man bereits gespannt sein. Gehen er und RWE-Chef Großmann in Asse eine Runde schwimmen? Oder preist er die Ruinen von Tschernobyl als neuen Touristen-Erlebnispark? Man darf gespannt sein…


Atommüll in die Mehrwegdose

24. Aug 2008

Gut verpacken, luftdicht abschließen und nach Ewigkeiten einfach wieder auspacken und genießen!
Ähnlich wie die gute alte Plastikdose mit Deckel sollen die Pollux-Behälter für Atommüll funktionieren. Warum wir Pollux-Behälter brauchen? Der Grund liegt in den neuen „Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle“, die das Bundesumweltministerium im Internet veröffentlicht hat. Diese Schrift verlangt, dass in Zukunft der Atommüll noch bis zu 1000 Jahre nach Einlagerung zurück geholt werden kann. Nur für den Fall, dass ein Wunder geschieht und zukünftige Generationen einen Weg finden, der es möglich macht, Atommüll unschädlich zu machen oder noch besser wieder zu verwenden – was man hat, das hat man halt. Das hat sich Sigmar Gabriel ganz genau ausgedacht und verteidigt seinen Plan mit dem Argument, dass es mittlerweile international üblich sei, die Rückholbarkeit der Atomabfälle in die Planung mit einzubeziehen. Dass die deutsche Regierung bereits 1983 die Rückholoption wegen zu hoher Kosten und zu hoher Sicherheitsrisiken abgelehnt hat, wurde wohl nach so langer Zeit schon vergessen. Durch die Rückholbarkeit würden nicht nur immense Kosten durch die Jahrhunderte lange Überwachung und Dokumentation der Lager entstehen. Es ist auch davon auszugehen, dass von einem wiederverschließbaren Gefäß ein höheres Risiko von Strahlenabsonderung ausgeht, als von den alten, nicht zu öffnenden Fässern. Aber eigentlich ist diese Frage sowieso nicht relevant, denn in Deutschland sind bis jetzt keine geeigneten Ton- oder Salzhöhlen, die sich für die Endlagerung eignen würden, bekannt. Der einzige Ort, bei dem die Erforschungen aber im Jahr 2000 begründet abgebrochen wurden, ist der Salzstock in Gorleben. Ob nun Gorleben und / oder Pollux-Behälter – Niedersachsen scheint der Mittelpunkt der Atomdiskussion zu sein.


Atomkraft: Steuerfrei und nicht versichert

20. Aug 2008

Die Nutzung von Energieträgern wie Öl und Gas muss laut Gesetzgeber besteuert werden, während die Nutzung nuklearer Brennstoffe unbesteuert bleibt. Zudem sieht das Gesetz über die Produktion von Atomenergie im Schadensfall nur eine Deckung von 2,5 Milliarden Euro vor. Der Präsident des Naturschutzbunds Deutschland e.V., Olaf Tschimpke, bezeichnet deswegen die gesetzlich geforderte Vorsorge für mögliche Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden bei Freisetzung von Radioaktivität als völlig unzureichend.
Daher verlangt der NABU eine Gefahrenzulage für die Atomstromproduktion. Diese Gefahrenzulage soll dann alle Kosten für Sicherheit, Betrieb und Entsorgung abdecken. Durch das hohe Risiko im Schadensfall sind die Gefahren eines Atomkraftwerks auf dem freien Markt nicht versicherbar. Kosten in Milliardenhöhe für den Rückbau von Atomanlagen und die Entlagerung von Atommüll werden nach wie vor vom Steuerzahler und Staat getragen. Aus diesem Grund fordert der NABU, dass die Energiekonzerne einen Teil ihres Gewinns in eine angemessene Vor- und Nachsorge für Sicherheit, Betrieb und Entsorgung investieren, anstatt den Verbrauchern Hoffnungen auf vergünstigten Atomstrom zu machen.


Und wöchentlich grüßt der Atomunfall

24. Jul 2008

Aller guten Dinge sind drei? Es ist jedenfalls bereits der dritte Atomunfall in Frankreich – und das innerhalb von 2 Wochen. Nach den Zwischenfällen von Tricastin und Romans sur Isère, bei denen in der letzten bzw. vorletzten Woche radioaktive Flüssigkeit ausgetreten war, wird nun der nächste atomare Unfall gemeldet. Bei der Inspektion einer Baustelle in der Nähe des südost-französischen Atomkraftwerks Saint-Alban wurden die 15 anwesenden Experten „leichter“ radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Der Vorfall habe aber keine Folgen für die Gesundheit der Betroffenen, beeilte sich Electricité de France (EDF), der größte europäische Stromerzeuger, zu erklären. Diese hätten ohne eine weitere Behandlung direkt nach Hause gehen können. Im Gegensatz zu den verstrahlten Mitarbeitern soll aber nun zumindest der Grund für die freigesetzte radioaktive Strahlung untersucht werden. Die „15 Experten“ dagegen dürfen nun abwarten, welchen Einfluss die Strahlung im Lauf der Jahre noch auf ihre Gesundheit haben kann. Wetten auf die Kernkraftwerke, die in den nächsten Wochen zerbröckeln oder auslaufen werden, werden noch angenommen. Dafür wendet man sich am besten direkt an die Homepage der Kraftwerks-Betreiber oder an einen glühenden Befürworter und Förderer der Atomkraft wie einen gewissen Herrn Sarkozy.

Nachdem heute der vierte Störfall in einem französischen Kernkraftwerk bekannt wurde – es handelt sich übrigens erneut um Tricastin, sozusagen den Vorreiter unter den atomaren Unfällen der letzten zwei Wochen – werden aus Gründen akuten Aberglaubens keine Wetten mehr angenommen.
Die Atomkraftwerksleitung nannte den Vorfall, bei dem rund 100 Mitarbeiter durch radioaktiven Staub verstrahlt wurden, „belanglos“. Auch dieses Mal hatte die Strahlung selbstverständlich keinen Einfluss auf die Gesundheit der Betroffenen, die – wie gewohnt – ohne ärztliche Behandlung nach Hause gehen konnten. Man gewöhnt sich offenbar an einiges in Frankreich.


Selbstgemachter Atomausstieg

23. Jul 2008

Der Atomausstieg soll rückgängig gemacht werden, wenn es nach der CDU/CSU geht. Das würde Unternehmen wie E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall sehr gefallen, denn es gäbe noch Millionen zu verdienen mit den noch funktionstüchtigen und abgeschriebenen Atomkraftwerken. „Ohne uns!“, sagt das Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ und fordert Stromkunden dazu auf, zu einem unabhängigen Ökostrom-Versorger zu wechseln. Dies wäre die einzige wirksame Reaktion auf die Pläne der Versorger, die – was Atomkraft angeht – keine Diskussionen oder Vergünstigungen kennen. Die Behauptung, dass der Strompreisanstieg durch Atomkraft aufzuhalten sei, ist bereits von EnBW-Chef Villis widerlegt worden. Zusätzlich verdienen die Konzerne durch die CO2-Emissionszertifikate. Deren Wert stellen sie ihren Kunden in Rechnung, während sie selbst 90 Prozent der Zertifikate geschenkt bekommen haben. Ändert sich an diesem Gebaren nichts, dürften die vier Konzerne allein durch den Weiterverkauf der Zertifikate an ihre Kunden bis zum Jahr 2012 zusätzliche 35 Milliarden Euro verdient haben. Jedes Jahr der Laufzeitverlängerung eines bereits abgeschriebenen Atomkraftwerkes würde weitere 250 bis 400 Millionen Euro in die Kasse des Betreibers spülen. Das Versprechen, einen Teil der Gewinne aus Atomkraft dann in erneuerbare Energien zu investieren, ist kein großzügiges Angebot der Konzerne, sondern eine Notwendigkeit, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Was auch immer aktuell diskutiert oder von den Konzernen versprochen wird – nichts davon wird wahr werden, wenn der Atomausstieg rückgängig gemacht wird. Die einzige Art, sich zu wehren, scheint aktuell der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter zu sein. Wer nicht hören will, der muss halt fühlen und finanzielle Verluste schmerzen die Konzerne sicher am meisten. Wechseln Sie jetzt und setzen Sie ein Zeichen, damit die Atomstromlobby bemerkt, dass Sie sich nicht für dumm verkaufen lassen.