Ein Vierteljahrhundert Virus

10. Nov 2008

Alles begann am 10. November 1983. An diesem Tag stellte der Amerikaner Fred Cohen an der University of Southern California den ersten Computervirus vor. Er hatte sich dabei nichts Böses gedacht und ahnte nicht, welches kriminelle Potenzial er damit erschaffen hatte. Massenepidemien folgten. Allein in Deutschland gab es schon 4 Millionen gemeldete Erkrankungen durch Computerviren, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Eine Infektion die unter Umständen teuer wird, denn so ein Virus kann auch ohne seinen Nutzer mit dem Computer Überweisungen tätigen oder im Internet auf Shoppingtour gehen. Sehr beliebt bei Viren sind auch die Adressbücher der Computerbesitzer, so lassen sich die „guten Gene“ weltweit per Email verbreiten. Im Laufe der Jahre hat sich das Wesen der Computerviren jedoch sehr geändert.
Während früher Viren aus reinem Sportsgeist entwickelt und verbreitet wurden, sind die Motive heute weniger idealistisch. Im 21. Jahrhundert entwickeln Programmierer Viren, um private Daten auszuspähen und sich daran zu bereichern. Ein Virenschutzprogramm sollte deswegen so selbstverständlich sein wie wärmende Kleidung im Winter. Trotzdem scheint jeder fünfte Computernutzer der Meinung zu sein, er wäre von Natur aus immun und verzichtet auf Virenschutz, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) meldete.


Die Stromkosten sozialer Netzwerke

6. Nov 2008

Was kostet es, ein soziales Netzwerk zu unterhalten? Mühe, Sorgfalt, Aufmerksamkeit und gute Organisation? Wer es lieber digital und international mag, wird wohl eher antworten: Die Domain- und die Wartungskosten für das Team der Webseite. Doch diese machen nicht den Löwenanteil der Kosten von sozialen Netzwerken im Internet aus: Die Stromkosten liegen noch um einiges höher.

Die soziale Netzwerkseite Facebook investiert jeden Monat eine Million Dollar in den Strom, der die Gemeinschaft am Leben erhält. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete Facebook ein rasantes Wachstum – an Besuchern, aber auch an Stromkosten. So konnte Facebook seine monatlichen Besucherzahlen in einem Jahr von 74 Millionen auf 161 Millionen steigern. Für den Gründer Mark Zuckerberg eigentlich ein Grund zur Freude, wenn die Stromkosten nicht auch proportional gestiegen wären.

Zum Vergleich: Laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) verbrauchen alle 2,2 Millionen Server in Deutschland 10,1 Terawattstunden (TWh) Strom im Jahr. Dieser Verbrauch kostet die deutsche IT-Landschaft rund 1,1 Milliarden Euro, allerdings im Jahr und nicht im Monat.


Klingelwahn

8. Sep 2008

Hat es da gerade geklingelt? Hat sich meine Tasche durch den Vibrationsmodus bewegt?
Eine Nachricht, eine Nachricht – habe ich eine Nachricht verpasst? Hat er/sie sich endlich gemeldet? So geht es nicht nur frisch Verliebten, sondern 46 Prozent der Handynutzer zwischen 14 und 29 Jahren. Sie hören es ständig klingeln, dabei klingelt da gar nichts. „Phantom-Anrufe“ nennt das der „Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.“ (BITKOM). Aus einer repräsentativen Studie der Aris Umfrageforschung geht hervor, dass rund 33 Prozent der Hanynutzer es ständig klingeln hören. BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer erklärt dieses Phänomen damit, dass viele der Nutzer neuen Nachrichten entgegen fieberten und dabei Angst hätten, eine wichtige Nachricht zu verpassen. Scheer sieht das als Indiz dafür, wie wichtig der Mobilfunk für Privat- und Geschäftsleben geworden sei. Immerhin weitere 27 Prozent gaben an, dass es sie erst richtig gruselt, wenn mal Funkstille herrscht und keiner anruft oder eine Nachricht schickt. Alt sein hilft da: Bei den Handynutzern über 65 Jahren hören nur 11 Prozent dieses Phantom-Klingeln. Nachdenken soll jedoch auch helfen. Wie der BITKOM-Präsident berichtet, gebe es objektiv keinen Grund, in Panik zu verfallen, denn die Mailbox und ein großer SMS-Speicher sorgen dafür, dass keine Nachricht verloren geht – auch dann, wenn der Nutzer mal nicht auf eine Nachricht wartet. Zur Linderung der Symptome empfiehlt der Verband einen individuellen Klingelton und einen kräftigen Vibrationsalarm.


Plaudertasche Mann

29. Jul 2008

Es sind doch nicht die Frauen, die stundenlang schwatzen, sondern die Männer. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Aris, die vom Hightech-Verband Bitkom beauftragt wurde. Das Ergebnis widerlegt das Vorurteil, dass es immer die Frauen sind, die viel zu sagen haben. Männer greifen im Schnitt deutlich häufiger zum Handy als Frauen und wenn sie dann telefonieren, dann auch noch länger als der Durchschnitt der Frauen.
10 Prozent der Männer nutzen das Handy täglich länger als eine Stunde. Nur 7 Prozent der Frauen kommen auf einen ähnlichen Wert. Bei den Senioren gibt es keinen so gravierenden Geschlechter- unterschied: Egal, ob Mann oder Frau – nur 1 Prozent dieser Gruppe telefoniert täglich länger als eine Stunde. Auch in der Gruppe der Vieltelefonierer bis zu einer Stunde täglich geht der erste Platz an die Männer. Sie machen 15 Prozent dieser Gruppe aus, während die Frauen wieder nur den zweiten Platz mit 10 Prozent belegen. In der Gruppe der „Normalos“, die jeden Tag nur ein paar Minuten telefonieren, sind Männer mit 65 Prozent und Frauen mit 72 Prozent vertreten. Durch die immer günstigeren Tarife ist allerdings abzusehen, dass die Gesprächsanzahl und die Gesprächsdauer weiter wachsen werden. Immerhin nutzen heutzutage schon 90 Prozent der Handybesitzer ihr Handy täglich – nur die Rentner können es auch mal einen Tag sein lassen. Der Trend zu mehr Gesprächsminuten wird jedoch durch die Flatrateangebote verstärkt. Während 2006 in Deutschland noch 57 Milliarden Minuten vertelefoniert wurden, waren es in 2007 schon 68,3 Milliarden Minuten bei Handytelefonaten. Tja, liebe Männer, das solltet ihr jetzt mal den Frauen erklären – am besten über das Handy.