Der gläserne Mensch und die Ambivalenz des Datenflusses

22. Feb 2010
Google

Google Buzz gerät ins Visier der Datenschützer

Mit Google Buzz steig Anfang Februar der Suchmaschinengigant in das Kurznachrichten-Geschäft ein – und kassierte sofort Kritik von Seiten der Verbraucherschützer. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner wirft dem Dienst massive Verletzungen der Privatsphäre seiner Nutzer vor. Denn Google Buzz ist in den Email-Dienst Gmail integriert und hat Kontaktdaten aus den Email-Konten seiner Nutzer ohne explizite Freigabe an Buzz weitergegeben. Den Rest des Beitrags lesen »


Bundesamt rät von Google-Produkten ab

17. Sep 2009

Google scheint den Behörden ein Dorn im Auge zu sein

Google scheint den Behörden ein Dorn im Auge zu sein

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor bestimmten Produkten des Google-Konzerns. Ausdrücklich werden dabei unter anderem Google Docs, Google Mail und das angekündigte Google Wave genannt. Der Megakonzern reagierte mit Verwunderung auf die scharfe Kritik.

Den Rest des Beitrags lesen »


Jugendliche geben sich zu offenherzig in Online-Foren

1. Dez 2008

Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest hat das Onlineverhalten von Jugendlichen in der JIM-Studie2008 untersucht.
Dazu wurden 1200 junge Menschen zwischen 12 und 19 Jahren befragt, was sie gerne im Internet machen und wie oft. Online-Communities spielen dabei eine große Rolle. Jeder Zweite gab an, solche Seiten regelmäßig zu besuchen. 41 Prozent erklärten sogar, täglich auf solchen Seiten zu verweilen.
Datenschutz ist dabei kein Thema für die Jugendlichen. Private Informationen werden mit einem Klick der ganzen Welt zugänglich gemacht. Dazu gehören Fotos, Videos oder im harmlosesten Fall die eigenen Hobbys. Dabei ist den Jugendlichen durchaus bewusst, welche Gefahren im Netz lauern. In einer früheren Studie des Verbandes gaben 40 Prozent an, dass schon einmal Fotos von ihnen ungefragt im Netz gelandet seien. Gut 20 Prozent erklärten, dass es bereits Ärger im Freundeskreis wegen der Veröffentlichung fremder Daten gab.

Datenschutz und Medienrecht ist leider kein Schulfach in der Schule, dabei wäre das dringend nötig. Mittlerweile haben 71 Prozent der Jugendlichen einen eigenen Computer, die Hälfte von ihnen sogar mit einem Internetzugang.


Italienisches Finanzministerium veröffentlicht Steuererklärungen im Internet

14. Mai 2008

Zur Abschreckung von Steuerbetrügern hat das italienische Finanzministerium kurzerhand die Einkommenssteuererklärungen von ca. 38 Millionen Bürgern ins Internet gestellt.

Die Seite stieß auf so viel Interesse, dass sie zeitweise überlastet und daher nicht mehr zugänglich war. Die spannende Frage, wie viel Geld der Nachbar oder auch Prominente zur Verfügung haben, beschäftigte offenbar halb Italien.

Neben den Steuererklärungen aus dem Jahr 2005 waren auch die dazu gehörigen Namen, Adressen und Geburtstage aufgelistet worden. Dies öffnet Erpressern und Einbrechern wiederum im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor – wissen sie doch nun anhand der finanziellen Verhältnisse und Adressen genau, wo ein Einbruch sich lohnen würde.

Die Offenlegung geschützter Daten war erst kurz zuvor Wahlkampfthema und vermutlich auch ein Grund für die Wahlniederlage Prodis gewesen. Dessen gerade abgewählte, aber noch amtierende Regierung ist es nun, die sich auf diese Weise von ihren Nicht-Mehr-Wählern verabschiedet.

Mittlerweile protestieren immer mehr Betroffene und auch ein Datenschutzbeauftragter gegen die Offenlegung der Daten. Nach nur einem Tag wurde die Seite aus dem Netz genommen, die Schadenersatzforderungen in Gesamthöhe von 20 Milliarden Euro laufen jedoch jetzt erst an.

Dabei war die Aktion doch ursprünglich nur gut gemeint. So äußerten sich der Vize-Finanzminister Vesci und der Leiter der Finanzbehörde Romano einstimmig auch im Nachhinein noch sehr verwundert: Das Problem der empörten Bürger können sie nicht nachvollziehen. Die Veröffentlichung der Daten sei von öffentlichem Interesse und letztlich eher ein Zeichen der Demokratie und Transparenz.

Ursprünglich habe man sogar geplant, die Informationen bereits im Januar zu veröffentlichen und sich nur wegen des damals stattfindenden Wahlkampfes dagegen entschieden.

Auch wenn die Daten inzwischen wieder von der Homepage des Finanzamts entfernt wurden – im Internet kursieren sie weiterhin: Einige Menschen hatten sie noch rechtzeitig heruntergeladen und auf anderen Seiten veröffentlicht.


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.