Australiens Farmer können endlich aufatmen. Experten der Australian Wildlife Services hatten eine mehrfach nützliche Idee. Die rapide wachsende Känguru-Population, die den Farmern den Alltag erschwert, könnte genutzt werden. Ihr Vorschlag: Aufessen! Somit hätten die Farmer ein Problem weniger und da Kängurus im Gegensatz zu Kühen kaum Methan bei der Verdauung ausstoßen, könnten Emissionen für das Weltklima gespart werden. Die Rinderaufzucht belastet – wegen der starken Methanproduktion bei der Verdauung der Kühe – das Klima immens. Methangas ist in einem Zyklus von 100 Jahren ein 21 Mal stärkeres Gas als Kohlendioxid. Allein 11 Prozent der australischen Emissionswerte werden durch die Aufzucht von Kühen und Schafen für den Nahrungsbedarf erzeugt. Würden die Australier auf den Fleischverzehr verzichten, könnten diese Emissionen gespart werden. Da sich jedoch 21.360.000 Australier nicht so spontan zu Vegetariern bekehren lassen, wäre Känguru Fleisch eine saubere Lösung. Kostengünstig und kalorienarm wäre das Fleisch auch – Kängurufleisch hat nämlich nur 2 Prozent Fettanteil. Der australische Wissenschaftler George Wilson schlägt deswegen vor, den derzeitigen Bestand von Kängurus von 30 auf 175 Millionen auszubauen und im Gegenzug bis 2020 die Züchtung von Rindern und Schafen um ein Drittel zu reduzieren. Würde dieser Vorschlag befolgt, könnte Australien bei gleich bleibendem Fleischkonsum immerhin noch 3 Prozent der Treibhausgasemissionen des Landes einsparen.
Energiefresser Fast Food
12. Aug 2008Einfach mal weniger Fast Food essen oder – noch besser – ganz darauf verzichten. Das poliert die eigene Energiebilanz und – noch besser – die der Welt. Wissenschaftler der Cornell-Universität in New York haben errechnet, dass Amerikaner im Durchschnitt täglich 3.747 Kalorien zu sich nehmen. Das ist deutlich mehr als die empfohlenen 2247 bis 2547 Kalorien am Tag. Die Fast Food Produktion in Amerika beansprucht allein königliche 10 Prozent des Energieverbrauchs der USA. Das liegt am hohen Fast Food Anteil, den die Amerikaner zu sich nehmen, denn Fast Food ist in der Produktion, Lagerung und besonders durch den Transport ein Energiefresser mit reichlich Kalorien. Forscher von der Universität Ithaca haben errechnet, dass der Fast Food Konsum des Durchschnitts-Bürgers in Amerika 50 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs für Nahrung in den USA ausmacht. Würden sich alle Amerikaner an die empfohlenen Tagesmengen halten, würde das nicht nur vor Erkrankungen durch Übergewicht schützen, sondern den Energieverbrauch der gesamten Nahrungsmittel-Produktionskette drastisch reduzieren. Die USA überschreiten aktuell die zulässigen Kohlendioxid Emissionen um 20 Prozent. Würden alle Amerikaner auf Fast Food verzichten, könnten 10 Prozent davon eingespart werden.
Klima Saboteur in Käferform
24. Jul 2008Alarmstufe Rot in Kanada. Die Kiefern setzen ein Zeichen: Bald werden sie nicht mehr da sein, davon künden ihre Nadeln in rot. Riesige Waldflächen sind dem Untergang geweiht. Schuld daran ist der Bergkiefernkäfer Dendroctonus ponderosae oder kürzer Borkenkäfer. Dabei könnte man den Borkenkäfer leicht übersehen: Er ist nur so groß wie ein Reiskorn. „Gemeinsam sind wir stark“ ist jedoch ein Motto, mit dem der Käfer bei starker Population ganze Landstriche verwüstet. Das Rot der frisch befallenen Bäume wechselt nach einem Jahr in grau über – dann sind die Bäume endgültig tot. Schlecht für die Bäume – aber was hat das mit dem Klima zu tun? Das massenhafte Absterben der Bäume hinterlässt Biomasse, die sich nach und nach zersetzt und damit eine ordentliche Menge an Kohlendioxid freisetzt. Kanadische Wissenschaftler haben berechnet, dass der Borkenkäfer im Zeitraum von 2000 bis 2020 dafür sorgen wird, dass ein großes Waldgebiet in British Columbia eine völlig neue Klimarolle bekommt. Statt das Kohlendioxid wenigstens geringfügig zu reduzieren, wird dieser Wald riesige Mengen an Kohlendioxid freisetzen. Das Pacific Forestry Center sagt voraus, dass allein aus diesem Gebiet mit einer Kohlendioxid- belastung von durchschnittlich 36 Gramm pro Quadratmeter und Jahr zu rechnen ist. Doch dieses Waldgebiet hat eine Dimension, die größer ist als die Bundesrepublik Deutschland. Bis zum Jahr 2020 dürften so – dank dem Borkenkäfer – zusätzliche 270 Megatonnen Kohlendioxid freigesetzt werden. Ärgerlich oder dumm gelaufen, denn genau diese Menge Kohlendioxid soll Kanada laut Kyoto-Protokoll bis zum Jahr 2012 einsparen. Die Käfer haben eindeutig nicht das Kyoto-Protokoll gelesen. Große Klimamodelle sind einfach zu allgemein gehalten, als dass Käfer und ihre Gewohnheiten darin hätten berücksichtigt werden können.
900 Millionen durch Kohlendioxid
10. Jul 2008Umweltbewusstes Handeln zahlt sich aus, ganz besonders wenn es dabei um CO2 Emissionen geht. Das sorgt für frische Luft für die Region und Taschen voller Geld. Möglich macht das der Handel mit CO2-Emissionshandelszertifikaten. Deutschland hat so viele Emissionen eingespart, dass es die nicht benötigten Zertifikate jetzt meistbietend versteigern kann. 900 Millionen Euro erwartet der Bund durch den Verkauf der Kohlendioxid-Emissionshandelszertifikate, mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr. So lauten die Zahlen, die das Bundesumweltministerium jetzt bekannt gab. Grundlage für diese Rechnung ist der Durchschnittspreis für Kohlendioxidemissions-Berechtigungen multipliziert mit 40 Millionen Zertifikaten, die Deutschland wegen seines vorbildlichen Verhaltens nicht benötigt. Alleine von Januar bis Mai 2008 konnte der Bund mit dem Zertifikatshandel 422 Millionen Euro erzielen, 22 Millionen mehr als der Etat-Ansatz für das ganze Jahr beträgt. Gespart wurden die Emissionen vom Volk, doch die monetären Gewinne bleiben bisher beim Staat. Eine Ungerechtigkeit, wie Gudrun Kopp, FDP-Bundestagsabgeordnete, findet. Die Zusatzeinnahmen müssten an die Bürger – zum Beispiel durch eine Senkung der Ökosteuer – zurückgegeben werden.
Verfasst von toptarif