Nachdem Kunden der Rheinenergie AG und der Stadtwerke Dreieich geklagt hatten, ist nun die Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) gefallen: Die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis ist gekippt. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur dpa erklärten die Karlsruher Richter die sogenannte HEL-Preisanpassungsklausel (HEL bedeutet extra leichtes Heizöl) in Erdgas-Sonderkundenverträgen für unwirksam. Die Energieversorger müssen ihre Preisberechnung für den Endkunden nun anpassen und können Preisanpassungen nicht mehr ausschließlich an den Ölpreis koppeln. Den Rest des Beitrags lesen »
Die Energie der Weihnachtsbäume
21. Jan 2009Die Schweden sind nicht so nett zu ihren Weihnachtsbäumen: Erst werden sie erschossen, und nach den Weihnachtstagen einfach aus dem Fenster geworfen.
Im ordnungsliebenden und sparsamen Deutschland geht so was natürlich nicht. Bäume werden brav beim Händler gekauft und nach den Feiertagen, im Nadelregen, vorbildlich bis vor die Haustür geschleppt. Ordnung muss sein, und da der Deutsche umweltbewusst ist, werden die Weihnachtsbäume danach noch recycelt.
Eine vorbildliche Lösung hat dabei die Stadt Hamburg gefunden. Die circa 300.000 Tannen der Stadt werden nach dem Fest von der Hamburger Stadtreinigung (SRH) nicht nur eingesammelt, sondern auch in Strom und Fernwärme umgewandelt. Dafür werden die Bäume in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt. Die dadurch entstehende Hitze wird genutzt, um eine Stromturbine anzutreiben und Fernwärme zu gewinnen. Rein rechnerisch reichen die 1500 Tonnen Weihnachtsbäume, um 500 Haushalte ein Jahr lang mit Strom und Wärme zu versorgen. Durch den Weihnachtsbrauch kann damit die Energie von 858 Tonnen Steinkohle und gleichzeitig 2000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
Empfänger dieses späten Weihnachtssegens sind unter anderem die Fußballer vom Hamburger Sport-Verein (HSV). Beim Spiel heizen die Relikte der Tannen den Rasen, und nach dem Spiel können sich die Spieler in der Dusche mit der Wärme von Weihnachten berieseln lassen.
Der Morgenstern und die Stromkosten
22. Dez 2008Den Morgenstern zu imitieren ist schon etwas aufwendig. Dafür braucht man viele Lampen und noch mehr Energie. Wie gut, dass der Stromversorger vor Ort auch zu den Feiertagen liefert – wie sonst sollten die heiligen drei Könige den Weg zum eigenen Haus finden?
Statt den Klingelbeutel beim Weihnachtsgottesdienst klingeln zu lassen, ziehen es viele vor, das Geld ihrem Stromversorger zu spenden. Schließlich sollte man sich zum Ende des Jahres den Bedürftigen zuwenden. Kommt das Fest der Feste, muss sich kein Stromversorger mehr Sorgen um seine Jahresbilanz machen – das Fest wird es schon richten. Die Erleuchtung ist den Deutschen viel wert. Wie das unabhängige Verbraucherportal TopTarif errechnete, ergeben sich in der Bundesrepublik Deutschland allein zu Weihnachten zusätzliche Stromkosten von 112 Millionen Euro.
Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 160.000 Haushalten. Dunkelheit und Kerzenschein sind zwar besinnlich und sparsam, aber letztendlich auch keine Lösung zum Fest – was wird die Schwiegermutter sagen, wenn sie im dunklen Flur gegen die Garderobe läuft?
Unauffälliger kann mit LED-Lichterketten gespart werden. Diese sparen bis zu 90 Prozent Energie im Verhältnis zu einer üblichen Lichterkette. Wird der Schwiegermutter und dem Nachbarn wahrscheinlich gar nicht auffallen, aber ihrem Stromversorger und ihrem Geldbeutel.
Gibt es bald ein selbstaufladendes Handy von Intel?
17. Dez 2008Quasseln und gleichzeitig das Handy aufladen, das wäre doch mal was. Doch ohne Kabel oder Steckdose einfach durch die Gegend rennen und kostenfreien Strom für das Handy beziehen?
Hört sich zu gut an, um wahr zu sein. Ist es ja auch noch nicht. Der Chiphersteller Intel forscht aktuell noch, wie Umgebungsenergie genutzt werden kann, um einen Handyakku aufzuladen.
Dafür sollen Sensoren am mobilen Telefon die Energie einfangen und dem Handy bereit stellen.
Die Energie von Sonne, Handy- oder TV-Masten, und sogar die eigene Körperwärme könnten genutzt werden, um ein Handy mit Strom zu versorgen, schwärmt Chief Technology Officer Justin Rattner von Intel.
Dass diese Idee durchaus realistisch ist, zeigen die ersten Armbanduhren, die ihren Strom aus der Körperwärme beziehen, oder Handys, die Solarzellen in ihren Displays haben. Intel rechnet jedoch erst in drei bis fünf Jahren mit einem marktreifen Handy, das seinen Strom autonom bezieht.
Energie aus der Luft
10. Dez 2008Nachdem sich das Internet von seinen Kabeln befreit hat, träumen viele davon, dass es eine solche Befreiung auch für den Strom geben könnte. „Drahtlose Energieübertragung“ ist das Stichwort, das Kabelgegner ins Schwärmen geraten lässt. Nie wieder Steckdosenleisten positionieren, über Kabel stolpern oder das schnurlose Telefon suchen, um dann fest zu stellen, dass der Akku leider leer ist.
Theoretisch ist die Technologie jetzt schon realisierbar. Bei einem elektrischen Transformator wird der Strom zwischen den Wicklungen schließlich auch ohne Kabel übertragen. Gäbe es da nicht einen Haken. Dieser heißt Energieverlust. Je größer die Distanz zwischen Energiequelle und Energieempfänger, um so größer die Streuverluste bei der Übertragung.
Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat jetzt einen neuen Ansatz erarbeitet, mit dem die Streuverluste reduziert werden könnten. Dafür sollen Sender und Empfänger des Stroms auf eine gemeinsame Frequenz gebracht werden. Getestet wurde eine Frequenz von 10 Megahertz, mit der Strom im zweistelligen Wattbereich über ein paar Meter übertragen werden konnte.
Ökomarkt mal anders bei Tengelmann
8. Dez 2008In einem Ökomarkt gibt es vor allem eines: Ökowaren zu ökologisch verträglichen Preisen. Ein Ökomarkt kann jedoch auch ganz anders aussehen. Wer wissen möchte, wie, sollte mal nach Speldorf in Mülheim fahren: Dort hat der erste umweltschonende Supermarkt der Kette Tengelmann eröffnet.
Doch drinnen gibt es erstaunlich wenig Ökowaren, denn der Supermarkt in Speldorf ist in seinem Grundgerüst Öko und nicht durch sein Warenangebot. „Leuchturm“ nennt Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub seine neue Filiale, die innerhalb von sieben Wochen mit einem „kleinen“ einstelligen Millionenbetrag ökologisch und energetisch optimiert wurde.
Durch das Glasdach der Filiale strömt Tageslicht in das Innere. Solarenergie sorgt für Strom, Erdwärme und Abwärme werden zum Heizen genutzt. LED-Lampen leuchten energiesparend und Kühlregale verhalten sich geschlossen, um keine Kühlenergie zu verschwenden. Laut dem Unternehmen wurden alle derzeit erhältlichen Techniken für den Umweltschutz und gegen hohe Energiepreise eingesetzt. Eine Investition, die sich lohnen soll. Herr Haub erwartet eine Reduzierung der Energiekosten von 50 Prozent und eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes um 100 Prozent.
Gut angelegtes Geld – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für das Image des Unternehmens. Die Energie Agentur Nordrhein-Westfalen lobt Tengelmann als großes Vorbild und Haub sieht in seinem Klima-Supermarkt die Fortführung des mittlerweile 50-jährigen Umweltengagements der Marke Tengelmann.
Ökologische Ampel für Elektronikgeräte
16. Nov 2008Elektronische Geräte wie Handy und Computer sind nicht ökologisch. Das lässt sich nicht bestreiten. Doch bei allem Umweltbewusstsein – auf Elektronik möchte sogar der größte Öko nicht mehr verzichten. Wer ökologisch optimiert sündigen möchte, kann sich jetzt beim Greenpeace Blog erkundigen, mit welchem elektronischen Hersteller er am wenigsten sündigt.
Als ökologisch verträglich wurden die Marken Samsung und Toshiba beurteilt. Sie erhalten die Farbe Grün und teilen sich damit den ersten Platz. Rotes Schlusslicht im „Guide to Greener Electronics“ stellt die Marke Nintendo dar. Der Handyhersteller Nokia hat sich seinen zweiten Platz durch die fehlende Rücknahme von alten Geräten in Indien und Russland vermasselt und rutscht auf den dritten Platz.
Der Guide für ökologisch verträgliche Elektronikgeräte wird von Greenpeace seit 2006 geführt und alle drei Monate aktualisiert. Schockiert von der Einschätzung durch den Umweltverband haben viele Unternehmen reagiert und ihre Maßnahmen zum Umweltschutz verbessert. Von 10 möglichen Ökopunkten erreichen mittlerweile 14 von 18 Elektronikunternehmen die Hälfte der Punktzahl
Energiesparend besaufen
22. Sep 2008Zum Oktoberfest und richtig Energie sparen. Am einfachsten geht das, wenn man während der 16 „Wiesn“-Tagen einfach in eines der Zelte einzieht. Zu Hause fallen dann so gut wie keine Energiekosten an.
Anders sieht es für die Schausteller und Zeltbetreiber auf dem Fest aus: Die verbrauchen gemeinsam gigantische 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom während des Oktoberfests. Wie die Stadtwerke München vorrechneten, entspricht das 13 Prozent des Tagesverbrauchs der bayrischen Landeshauptstadt. Doch da die immensen Stromkosten auf die Gewinnbilanz schlagen, versuchen die Schausteller und Wirte gemeinsam, den Energieverbrauch zu senken.
Preiserhöhungen kommen für Schaustellerin Michaela Goetzke nicht in Frage. Sie betreibt den „Freefall-Tower“, in dem Gäste den freien Fall aus 50 Metern Höhe für 4,50 Euro erleben können.
Um täglich 300 bis 400 Euro Stromkosten zu sparen, wird einer von zwei Kompressoren in ruhigeren Stunden abgeschaltet. Zum Abend hin wird das Fest noch teurer für die Schaustellerin, der Weg zu ihrem „Freefall-Tower“ wird mit 30.000 Lampen beleuchtet. Die Umrüstung auf sparsame Leuchtdioden (LEDs) ist mit 2,40 Euro Mehrkosten pro Birne ein teures Unterfangen, welches sich erst nach zwei bis drei Jahren rentiert. Deswegen werden die Leuchten erst nach und nach ausgetauscht, aktuell liegt der LED Anteil bei 10 Prozent.
Der Strompreis für Wiesn-Betreiber ist durchschnittlich um 2 Prozent gestiegen, trotzdem nutzt gut die Hälfte der Betreiber Ökostrom aus Wasserkraft, der ebenfalls 1,53 Cent pro Kilowattstunde mehr kostet. Heiner Distel, Betreiber einer Autoscooter Anlage, musste sein Engagement wegen zu hoher Kosten drosseln. Letztes Jahr hatte er seine Anlage durch eine Photovoltaikanlage gespeist, diese sei jedoch mit Mietkosten von 50.000 Euro sehr teuer gewesen und dieses Jahr habe zusätzlich der Platz für die Solaranlage gefehlt.
Auch die Wirte versuchen, Energie zu sparen: So werden seit zwei Jahren Energiesparlampen eingesetzt, Bierkrüge nur noch kalt gespült und ein Teil des Küchenwassers in den Toiletten wiederverwendet. Umweltfragen beantwortet der Energieberater Jakob Kronberger vom Beratungsunternehmen „Innovative Management- und Energie-Technologien“ (IMET) den Wirten, denn das Ökosiegel ist bei den Betreibern begehrt und bei den Gästen beliebt.
Mehr Energie durch Sex und Drogen
12. Sep 2008Jetzt ist die Party vorerst vorbei. Generalinspektor Earl Devaney war der Spielverderber. Der hat doch glatt einen Bericht veröffentlicht, in dem offen gelegt wurde, dass Party im US-Innenministerium an der Tagesordnung war. Besonders ausschweifend soll es im Mineralien-Management Amt zugegangen sein. Für eine bessere Zusammenarbeit mit der Öl-Industrie fanden dort regelmäßige Gelage statt. Dort wurde dann gekokst, gekifft, gesoffen und auch die eine oder andere sexuelle Gefälligkeit ausgetauscht. Ein Shell Mitarbeiter hatte sogar einmal eine Mitarbeiterin des Ministeriums zu einem Schaumbad zu sich nach Hause bestellt. Abteilungsdirektor Gregory W. Smith scheint dieses Verhalten auch noch gefördert zu haben und bezahlte seine Mitarbeiterinnen für Sexdienste mit Kokain. Das Mineralien-Management Amt verwaltet die riesigen Öl- und Gaslieferungen, die es von den Energiefirmen für die Förderrechte in den USA bekommt. Allein im letzten Jahr waren es Lieferungen im Wert von 4 Milliarden Dollar.
Der Größenwahn innerhalb der Abteilung wird durch die Aussagen der Mitarbeiter erst richtig klar. Bei einer Befragung zu den Parties waren sie sich keiner Schuld bewusst. Gegenüber dem Inspektor und der „Washington Post“ verteidigten sie ihr Verhalten damit, dass für sie keine ethischen Regeln gälten, da sie eine wichtige Rolle im Innenministerium bekleideten. Soziale Kontakte zu den Vertretern der Ölindustrie seien nötig gewesen, um die Geschäftsbeziehungen zu festigen.

Verfasst von toptarif