Genial oder daneben – „Flächenwerbung“ bei Google Earth?

22. Jun 2009

Der Bürgermeister des kleinen Städtchens Langen, Thorsten Krüger, will die leeren Gemeindekassen auffüllen – mit Hilfe von Google Earth. Langen soll als Werbegrund fungieren – Experten sehen das jedoch mit großer Skepsis.

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Platz 1 an die „Notleidenden Banken“

22. Jan 2009

Die Banken dieser Welt haben es schwer. Niemand hat ihnen erklärt, dass es vielleicht keine so gute Idee ist, Kredite ohne Sicherheiten zu vergeben, noch wurden sie gewarnt, dass Aktienfonds mit maximaler Verzinsung auch immer maximales Verlustrisiko bedeuten.
Jetzt leiden sie Not, die armen Banken, denn die Finanzkrise hat sie kalt erwischt. Es ist nun Aufgabe der Gesellschaft, ihr Fortbestehen zu sichern – sie brauchen schließlich jede Million.
In einem Sozialsystem wird Notleidenden geholfen. Doch der Begriff „notleidende Banken“ ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Finanzkrise wurde schließlich durch die Banken ausgelöst, und es ist nicht so, dass die Banken Opfer einer Krise sind, für die sie gar nichts können.
Das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise würde damit auf den Kopf gestellt, begründete der Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser gegenüber der Zeitung Handelsblatt. Herr Schlosser weiß, wovon er redet, denn er war Teil der Jury, die das Unwort 2008 erwählt haben. Am Dienstag, dem 20. Januar 2009, wurden die Gewinner prämiert: Platz 1 ging an die „notleidenden Banken“.


Die Ursache für die Finanzkrise: Kaffee!

20. Jan 2009

Kaffee von Starbucks können sich die Banker seit der Finanzkrise nicht mehr leisten. Ist vielleicht auch besser so. Wie eine Studie der Universität Durham bewies, löst übermäßiger Kaffeekonsum Halluzinationen aus. Das ist zwar billiger als Kino, aber irgendwie hinderlich, wenn es darum geht, einen Weg aus der Krise zu finden.

Es hatte scheinbar doch einen Grund dafür gegeben, amerikanischen Kaffee über Jahrzehnte nur mit einem extrem hohen Wasseranteil ans Volk auszugegeben. Es galt, die Wirtschaft zu erhalten und zu schützen. Leider hatte niemand aufgepasst, als der Amerikaner Howard Schultz das Land verließ. Er schaffte es bis nach Italien, und nicht nur das: er bekam dort auch seinen ersten richtigen Kaffee. Auf dem Heimweg schmuggelte er dann die Idee von einer Kaffeehauskette unbemerkt am Zoll vorbei und gründete danach Starbucks in den USA. Damit wurde er der erste Kaffeedealer, der seinen Kunden mehr als homöopathische Mengen Koffein verabreichte.

Diesen Wachmacher ließ er sich teuer bezahlen und gewann dadurch zahlreiche zahlungskräftige Kunden in Investmentbanker-Kreisen. Besonders die Banker und Bankerinnen der Geldhäuser Merrill und Lehman liebten den „Triple-Venti-Cappucino“, bis zu fünf Mal am Tag. Dieser Konsum entspricht einer Koffeinmenge von 40 bis 50 Tassen deutschem Filterkaffee. Die Banker und Geldhäuser konnten also nichts für ihre Fehleinschätzung bei der Kreditvergabe und den Investitionen – es waren die Halluzinationen!

Obwohl dieser Zusammenhang mittlerweile bewiesen ist, scheint das trinkende Volk nicht daraus gelernt zu haben. Während alle Aktienkurse durch die Finanzkrise ins Bodenlose sackten, blieb der Kaffeepreis stabil. Ob die Banker die Halluzinationen jetzt benötigen, um dem eigenen Schicksal zu entgehen? Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Kaffee scheint eine sichere Anlage zu sein.


Keine Kohle für die Klimazerstörung

12. Dez 2008

Was Gutes hat die Rezession ja: es ist keine Kohle für die Klimazerstörung da.
Gernot Klepper, Klimaexperte des Instituts für Weltwirtschaft, äußerte sich gegenüber der Bild euphorisch zum Thema Rezession: „Rezession bringt Klimaschutz und Weltrezession bringt massiven Klimaschutz!“ Herr Klepper rechnete weiter: „Allein, wenn sich das chinesische Wirtschaftswachstum halbieren sollte, geht der Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um ein Viertel zurück. Es könnte sogar sein, dass die weltweite Konjunkturkrise kommendes Jahr das globale Emissionswachstum stoppt.“ Die Wirtschaftsvertreter aller Länder dürften damit beruhigt sein. Harte Umweltauflagen wird es in der Krisenzeit damit wohl erstmal nicht geben, besonders wenn die Kohlendioxidemissionen konstant bleiben oder zurück gehen.

Aktuell diskutieren zahlreiche Regierungschefs und Umweltminister in Brüssel und Posen über Aktionen zum weltweiten Umweltschutz. Die Rezession scheint eine der wirksamsten Maßnahmen zu sein und das Tollste daran: Diese Art von Umweltschutz kostet die Staaten keinen Cent extra.


Sind Konsumschecks stimulierend?

9. Dez 2008

Die letzten Tage waren Konsumschecks auch in Deutschland ein Thema. Die SPD forderte die Ausgabe von Konsumschecks, um das Weihnachtsgeschäft zu retten, die CDU bevorzugt Steuersenkungen. Neu ist die Idee nicht. In Amerika gab es bereits Konsumschecks, um die Wirtschaft zu stärken – der Effekt fiel jedoch etwas anders als gewünscht aus.
Zwischen 300 und 1200 Dollar hatte der einzelne Bürger vom Finanzamt erhalten, abhängig von Einkommen und Familienstand. Das Geld sollte ausgeben werden, um die Wirtschaft zu stärken; viele Amerikaner investierten es jedoch lieber in ihre private finanzielle Vorsorge. Eine interessante Auflistung der verschiedenen Verwendungszwecke bietet diese Seite hier. Dort berichten vom Staat Beschenkte, was sie mit dem Geld gemacht haben. Glücklich wird der neue iPod in die Kamera gehalten, der neue Ofen gezeigt oder ein Foto vom Strandurlaub präsentiert.
Stimuliert wurde die Wirtschaft damit aber nicht immer. Viele stimulieren lieber ihr eigenes Sicherheitsgefühl als die Kassen irgendwelcher Geschäfte. Wie eine Mutter, die es vorgezogen hat, das Geld nicht auszugeben, da die Zeiten für allein erziehende Mütter ohnehin schwierig wären.
Eine andere Frau zeigt ihren Kontoauszug und erzählt von der drohenden Kündigung ihrer Stelle und der ihres Mannes. Zwei Mädchen schreiben: „Danke für Nichts“, und dass sie vom Scheck ihre Stromrechnung bezahlen werden. Eine andere Frau berichtet, mit dem Scheck den Umzug zu ihrem Vater finanziert zu haben, weil sie sich keine eigene Wohnung mehr leisten kann. Konsumieren ist halt nur eine patriotische Bürgerpflicht, so lange man sich das leisten kann. Ob das in Deutschland anders wäre?


Die Finanzkrise hat Weihnachten geklaut

21. Nov 2008

Spendierhosen kann sich dieses Jahr fast keiner leisten. Die sind im Budget einfach nicht mehr drin oder gerade wegen des Budget unnötig. Die Deutschen haben Angst, Angst vor dem Monster, das sich „Rezession“ nennt. Jeder Cent wird für den etwaigen Katastrophenfall zurück gelegt. Weihnachten gibt es auch nächstes Jahr noch.
Im Auftrag des Magazins „Stern“ hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa über 1000 Leute befragt, wie hoch ihr Budget für Weihnachten ist. Mehr ausgeben als im Vorjahr wollen nur 7 Prozent der Befragten, während 32 Prozent dafür sind, sich Weihnachten zu sparen. Optimistisch geben sich 56 Prozent der Umfrageteilnehmer: Sie wollen dieses Jahr genauso viel ausgeben wie letztes Jahr.
Ob das viel war? Die Budgethöchstgrenze lag bei einem Drittel der Befragten immerhin bei 200 bis 500 Euro. Mehr als ein Drittel, rund 33 Prozent, wollen nur 100 bis 200 Euro für das Fest ausgeben. Weitere 20 Prozent können nur 50 bis 100 Euro in Geschenke umsetzen, einige noch nicht mal 50 Euro.
Vielleicht die große Chance auf ein traditionelles Weihnachten? Mit ganz viel kostenloser Nächstenliebe, hausgemachten Keksen und selbstgebasteltem Geschenk?


Sichere Geldanlage: Whisky

14. Nov 2008

Durch die Finanzkrise gebeutelte Anleger können jetzt endlich aufatmen, es gibt eine Alternative zur unsicheren Aktienanlage: Whisky. Während viele Aktien-Indizes durch die Finanzkrise ins Bodenlose gesackt sind, konnte sich der World Whisky Index um 26,2 Prozent steigern. Ordentlich Promille und Kohle in einem, da lacht das anlegende Männerherz. Laut dem Index konnte sich der Wert eines Bowmore in Keramikflasche verdoppeln. Aktuell zählt der hochprozentige Index 4498 Whiskys, die meisten von ihnen sind Single Malts.
Einen nicht vom Tisch zu kehrenden Vorteil hat Whisky schon mal: Haben Sie falsch investiert oder verliert Ihre Flasche an Wert, kann sie noch getrunken werden. Aktien haben sich als Klopapierersatz leider nicht als ideal erwiesen. Und wer hat es es erfunden? Nein, nicht die Schotten, die Holländer!


Finanzierungsprobleme beim russischen Wodka

29. Okt 2008

Die Finanzkrise lässt auch Russland nicht kalt. Obwohl der Kreml Milliarden in die eigene Wirtschaft investiert, mussten erst kürzlich zwei Wodkafabriken schließen, obwohl es doch in Russland noch nie Absatzprobleme beim Wodka gab. Die geschlossenen Fabriken gehören zum Weda Konzern – einer der größten Alkoholproduzenten des Landes. Als Grund für die Schließung der Fabriken nannte der Eigentümer offene Rechnungen der Supermarktbetreiber. Diese hätten im Zuge der Finanzkrise versäumt, ihre Rechnungen zu begleichen. Dem Alkoholproduzenten OST-Alko geht es noch schlechter; ihm gingen nicht nur zwei Filialen durch die Lappen, sondern Teile des Firmenbesitzes wurden durch das Betreibungsamt im Auftrag der Behörden beschlagnahmt.
Doch nicht nur die Alkoholproduzenten in Russland leiden unter der Finanzkrise. Das wichtigste und bisher auch teuerste Exportgut Russlands, das Erdöl, kostet aktuell nur noch die Hälfte des Preises, den es noch Anfang Sommer gekostet hat. Durch den Börsencrash hat Russland 33 Milliarden US-Dollar an Investitionen verloren und der russische Börsenindex RTS verlor seit Mai 70 Prozent seines Wertes. Die russische Wirtschaft leidet sehr unter der Vertrauenskrise, Kredite sind gar nicht oder schwer zu bekommen. Sogar Oleg Wladimirowitsch Deripaska, der reichste Mann Russlands, bekommt aktuell keinen Kredit mehr und musste verkaufen, um bestehende Kredite zu tilgen. Russlands Wirtschaft droht zusammenzubrechen: Zu viele Kredite wurden aufgenommen, um das wirtschaftliche Wachstum noch mehr zu beschleunigen – das rächt sich jetzt. Bis zum Jahresende 2009 müssen russische Unternehmer 160 Milliarden US-Dollar an ihre Gläubiger zurück zahlen. Seine Sorgen im Alkohol zu ertränken, dürfte jedoch beim fehlenden Wodka im Land schwierig werden.


Fett gegen die Finanzsorgen

26. Okt 2008

Die Aktien im Depot sind nichts mehr wert, die Geldbörse leer und der Magen und die Seele schreien nach Futter. Doch billig muss es sein, das Futter, und dabei viele Kalorien bieten – wer weiß, wann es wieder was zu essen gibt. Arbeits- und mittellos ist ein Restaurantbesuch für viele US-Bürger nicht mehr zu finanzieren, aber konsumieren möchte das hungrige Maul dann trotzdem. Was bietet sich da besser an, als den Mund mit einem, oder besser noch zwei Burgern zu füllen? Wer einen Dollar für einen Cheeseburger hat, hat auch einen zweiten Dollar für den zweiten Burger.

Die Fastfood-Ketten in Amerika hatten dank Finanzalbtraum in den letzten Wochen traumhafte Umsätze. Nicht nur der vergleichsweise günstige Kaffee lockt die Menschen in die Filialen mit dem großen gelben M, sondern die Lockangebote für einen Dollar. Da steht der Cheeseburger, die Pommes und der Eistee zur Auswahl, doch meist bestellt der sparwütige Besteller dann doch etwas ganz anderes. Der Handelsexperte Volker Dölle erklärte gegenüber der Financial Times Deutschland, das viele zwar wegen der Lockangebote herein kommen, aber im Endeffekt dann doch durchschnittlich 10 Dollar an der Kasse bezahlen. Gut für McDonald’s, schlecht für die Geldbörsen und Fettdepots der Frustesser. Aber irgendein Depot muss ja gut gefüllt sein, wenn es schon nicht das Aktiendepot ist. Die gestiegenen Absatzzahlen von McDonald’s sollten jedoch dafür sorgen, dass genügend Kaffeemaschinen angeschafft werden können – ganz ohne Kredit, den sogar McDonald’s zur Zeit nicht mehr so leicht bekommt.


Tote in der Warteschleife

15. Okt 2008

Wer dachte, dass zumindest das nervtötende Warten mit dem Ende des Lebens ebenfalls enden würde – der hat sich getäuscht. „Warten auf die Beerdigung“ lautet die Devise. Schuld daran ist – mal wieder – die Finanzkrise. Auch Totengräber wollen schließlich Geld verdienen und bieten ihre Dienste ab sofort nur noch auf Vorkasse an.

Als gerade frisch Verstorbener braucht man derzeit in Großbritannien besonders viel Sitzfleisch. Wer sich die Bestattung seiner Angehörigen nicht leisten kann, konnte bislang auf finanzielle Unterstützung seitens des Staats zählen. Da die Behörden jedoch in der letzten Zeit die Anträge auf Beihilfe zu den Bestattungskosten deutlich langsamer bearbeiten, verzögert sich nun die Beerdigung „hunderter Leichen“. 10 Tage muss eine durchschnittliche Leiche auf ihre Beerdigung warten. In Großbritannien braucht man derzeit deutlich mehr Geduld – 2 Monate und länger schätzt der britische Bestatterverband den Zeitraum, bis die staatlichen Finanzmittel die Angehörigen erreichen.

Die Bestattungsunternehmen selbst sehen sich auch nicht in der Lage, das nötige Geld für eine große Anzahl von Beerdigungen vorzustrecken. So sah sich ein englischer Bestatter dazu gezwungen, die Leiche eines Mannes, der bereits Mitte August verstorben war, bis zum Eintreffen des Geldes bei sich „zwischenzulagern“. Auch er musste warten – bis Mitte Oktober.