Im deutschen Zahlungsverkehr haben sie schon fast einen Ehrenplatz: Die Blüten. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in der Bundesrepublik 20 Prozent mehr gefälschte Geldscheine aus dem Verkehr gezogen als im zweiten Halbjahr 2009. Insgesamt konnte die Bundesbank nach eigenen Angaben 33.654 gefälschte Banknoten aufspüren. Am häufigsten gefälscht wurde dabei der Fünfzig-Euro-Schein. Den Rest des Beitrags lesen »
Aus Giro wird Pfändungsschutz: Verbraucher profitieren vom P-Konto
1. Jul 2010Für Schuldner kommt jetzt Abhifle vom Gesetzgeber: Ab 1. Juli kann jeder Verbraucher sein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen. Auf dem sogenannten P-Konto bleibt dann ein Freibetrag von monatlich 985,15 Euro vor einer Pfändung sicher. Bei Unterhaltszahlungen oder anderen Zahlungsverpflichtungen kann der Freibetrag sogar noch erhöht werden. Den Rest des Beitrags lesen »
Karten-Chip gibt den Geist auf – Millionen Kartennutzer kommen nicht an ihr Geld
5. Jan 2010Durch einen Programmierfehler waren in diesen Tagen zahlreiche EC- und Kreditkarten blockiert. Millionen Kartenbesitzer kamen weder am EC-Automaten noch an der Kasse an ihr Geld. Verursacht wurde die Panne ausgerechnet von den zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen. Der sogenannte EMV-Chip hatte wegen der Umstellung auf die Jahreszahl 2010 an Millionen Ausgabestellen gestreikt. Den Rest des Beitrags lesen »
Platz 1 an die „Notleidenden Banken“
22. Jan 2009Die Banken dieser Welt haben es schwer. Niemand hat ihnen erklärt, dass es vielleicht keine so gute Idee ist, Kredite ohne Sicherheiten zu vergeben, noch wurden sie gewarnt, dass Aktienfonds mit maximaler Verzinsung auch immer maximales Verlustrisiko bedeuten.
Jetzt leiden sie Not, die armen Banken, denn die Finanzkrise hat sie kalt erwischt. Es ist nun Aufgabe der Gesellschaft, ihr Fortbestehen zu sichern – sie brauchen schließlich jede Million.
In einem Sozialsystem wird Notleidenden geholfen. Doch der Begriff „notleidende Banken“ ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Finanzkrise wurde schließlich durch die Banken ausgelöst, und es ist nicht so, dass die Banken Opfer einer Krise sind, für die sie gar nichts können.
Das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise würde damit auf den Kopf gestellt, begründete der Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser gegenüber der Zeitung Handelsblatt. Herr Schlosser weiß, wovon er redet, denn er war Teil der Jury, die das Unwort 2008 erwählt haben. Am Dienstag, dem 20. Januar 2009, wurden die Gewinner prämiert: Platz 1 ging an die „notleidenden Banken“.
Sind Konsumschecks stimulierend?
9. Dez 2008Die letzten Tage waren Konsumschecks auch in Deutschland ein Thema. Die SPD forderte die Ausgabe von Konsumschecks, um das Weihnachtsgeschäft zu retten, die CDU bevorzugt Steuersenkungen. Neu ist die Idee nicht. In Amerika gab es bereits Konsumschecks, um die Wirtschaft zu stärken – der Effekt fiel jedoch etwas anders als gewünscht aus.
Zwischen 300 und 1200 Dollar hatte der einzelne Bürger vom Finanzamt erhalten, abhängig von Einkommen und Familienstand. Das Geld sollte ausgeben werden, um die Wirtschaft zu stärken; viele Amerikaner investierten es jedoch lieber in ihre private finanzielle Vorsorge. Eine interessante Auflistung der verschiedenen Verwendungszwecke bietet diese Seite hier. Dort berichten vom Staat Beschenkte, was sie mit dem Geld gemacht haben. Glücklich wird der neue iPod in die Kamera gehalten, der neue Ofen gezeigt oder ein Foto vom Strandurlaub präsentiert.
Stimuliert wurde die Wirtschaft damit aber nicht immer. Viele stimulieren lieber ihr eigenes Sicherheitsgefühl als die Kassen irgendwelcher Geschäfte. Wie eine Mutter, die es vorgezogen hat, das Geld nicht auszugeben, da die Zeiten für allein erziehende Mütter ohnehin schwierig wären.
Eine andere Frau zeigt ihren Kontoauszug und erzählt von der drohenden Kündigung ihrer Stelle und der ihres Mannes. Zwei Mädchen schreiben: „Danke für Nichts“, und dass sie vom Scheck ihre Stromrechnung bezahlen werden. Eine andere Frau berichtet, mit dem Scheck den Umzug zu ihrem Vater finanziert zu haben, weil sie sich keine eigene Wohnung mehr leisten kann. Konsumieren ist halt nur eine patriotische Bürgerpflicht, so lange man sich das leisten kann. Ob das in Deutschland anders wäre?
Die Finanzkrise hat Weihnachten geklaut
21. Nov 2008Spendierhosen kann sich dieses Jahr fast keiner leisten. Die sind im Budget einfach nicht mehr drin oder gerade wegen des Budget unnötig. Die Deutschen haben Angst, Angst vor dem Monster, das sich „Rezession“ nennt. Jeder Cent wird für den etwaigen Katastrophenfall zurück gelegt. Weihnachten gibt es auch nächstes Jahr noch.
Im Auftrag des Magazins „Stern“ hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa über 1000 Leute befragt, wie hoch ihr Budget für Weihnachten ist. Mehr ausgeben als im Vorjahr wollen nur 7 Prozent der Befragten, während 32 Prozent dafür sind, sich Weihnachten zu sparen. Optimistisch geben sich 56 Prozent der Umfrageteilnehmer: Sie wollen dieses Jahr genauso viel ausgeben wie letztes Jahr.
Ob das viel war? Die Budgethöchstgrenze lag bei einem Drittel der Befragten immerhin bei 200 bis 500 Euro. Mehr als ein Drittel, rund 33 Prozent, wollen nur 100 bis 200 Euro für das Fest ausgeben. Weitere 20 Prozent können nur 50 bis 100 Euro in Geschenke umsetzen, einige noch nicht mal 50 Euro.
Vielleicht die große Chance auf ein traditionelles Weihnachten? Mit ganz viel kostenloser Nächstenliebe, hausgemachten Keksen und selbstgebasteltem Geschenk?
Geld macht sympathisch
14. Okt 2008Russland ist aktuell nicht sehr beliebt – die Sache mit der Zerstückelung Georgiens ist in Europa und Amerika nicht so gut angekommen. Da kann man schon mal einen Staat retten, Island zum Beispiel. Das kleine Land Island steht aktuell vor einem Staatsbrankrott, doch Russland hat Hilfe angeboten. 4 Milliarden Euro sollen von Russland nach Island fließen und viele andere Länder fänden einen Kredit aus Russland auch ganz praktisch.
Die Zentralbank von Reykjavik hatte schon verkündet, dass Russland bereit sei, 4 Milliarden zu leihen – um sich ein paar Stunden nach einem russischen Dementi zu korrigieren und anzukündigen, dass man Experten nach Russland schicken werde, um „weitere“ Gespräche zu führen. Moskau ist durch seinen Reichtum in der angenehmen Lage, sich seinen Imageschaden durch Kreditvergabe „weg zu leihen.“ Russland, der goldene Ritter in der Not – keine Marketingagentur der Welt hätte eine Kampagne entwickeln können, die besser wirkt als die aktuell großzügige Haltung des russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew. Dieser hatte beim ersten Internetauftritt eines russischen Präsidenten zum „gemeinsamen Handeln“ in Zeiten der weltweiten Finanzkrise aufgefordert.
Experten vermuten, dass Russland den Kredit nicht ohne Hintergedanken und Gegenleistungen vergeben wird. Zu vermuten wäre, dass Russland sich als Gegenleistung politischen Einfluss in der Wirtschaft oder bei offenen Fragen zu Georgien erhofft. Doch es gebe noch einen viel näher liegenden Grund: Eitelkeit. Der Kreml wolle demonstrieren, dass Russland trotz einstürzenden Börsenkursen immer noch solvent ist.
Kein Kaffee – dank Lehman!
28. Sep 2008Die US-Finanzkrise zieht weite Kreise, Milliarden gingen den Bach hinunter. „Lehman“ konnte seine Milliardenschulden nicht mehr tilgen und rutschte in die Insolvenz, „Goldman Sachs“ schrumpfte an der Börse um 9 Milliarden Dollar im Wert und weitere 500 Milliarden können zahlreiche andere Banken abschreiben.
So weit, so unwitzig – da muss man wohl ein wenig kürzer treten, oder besser gar nicht mehr treten wegen dem Schuhabrieb. Jetzt ist Leistung gefragt, damit es nicht für immer den Bach hinunter geht. Bekanntlich wirkt Kaffee ja leistungssteigernd. Bei „Starbucks“ kann man sich die 4 Dollar für einen „Latte“ zwar nicht mehr leisten, aber es gibt ja eine günstige Alternative bei der FastFood Kette mit dem großen M. Oder doch nicht? Denn der Plan von McDonalds, ihre 14.000 Burgerfilialen mit hochwertigen Kaffeetresen auszustatten, scheint aktuell am Geldmangel zu scheitern. Die „Bank of America“ rückt plötzlich kein Geld mehr raus. Schlecht für die sparverpflichteten Kaffeetrinker der Stadt und noch schlechter für McDonalds, denen das Geschäft ihres Lebens durch die Lappen geht.
Jetzt wird ohne Kaffee nach neuen Geldquellen gesucht: Die Filialleiter sollen überschüssige Mittel finden, um die Schulden zu bezahlen. Es ist nur zu hoffen, dass sie aus Sparambitionen nicht anfangen, den Kaffee zu recyceln.
Geld, Macht und Anerkennung
22. Aug 2008Und wenn Zwei sich trennen, dann war sicher das liebe Geld schuld daran. Zumindest, wenn man der Statistik glaubt, denn jedes dritte geschiedene Paar in Deutschland gibt an, dass die Trennung nach einem Streit über Geld folgte. Der Soziologe und Direktor des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt/Main, Professor Rolf Haubl, behauptet, dass es dabei in Wirklichkeit um etwas ganz anderes gehe. Dabei meint er nicht die ganzen anderen Alibi Trennungsgründe wie ein gemeinsamer Urlaub, mangelnde Kommunikation, schlechter Sex oder ein unerfüllter Kinderwunsch. Er ist sich sicher: „Es geht um Macht, Kontrolle, Ängste und Anerkennung.“ Der Soziologe erklärt, dass Frauen und Männer Geld eine ganz unterschiedliche Bedeutung zuordnen. Frauen verbänden mit Geld Sicherheit und Selbständigkeit, während Männer Geld mit Einflussnahme und Macht assoziierten. Dieser Unterschied in der Wahrnehmung sorge für Konfliktstoff zwischen den Geschlechtern. Den einzigen Ausweg aus diesem Dilemma sieht der Soziologe darin, dass beide Seiten einsehen, dass es in Wirklichkeit gar nicht um Geld geht.
Besonders, wenn die Frau mehr Geld verdient, hilft alle Emanzipation der Welt nicht dagegen, dass die Gefühle altmodisch reagieren. Männer messen ihren Wert immer noch an dem Geld, das sie nach Hause bringen. Daher haben sie ein Problem, wenn ihre Partnerin mehr verdient als sie selbst. Laut dem Experten dreht sich der Effekt bei gut verdienenden Frauen jedoch um: Frauen, die viel verdienen, machen Geld zu ihrem Maßstab und verlieren die Achtung vor ihrem Partner, wenn er weniger verdient, behauptet der Soziologe. Ob der gute Mann aus Erfahrung spricht?

Verfasst von toptarif 
