Der gläserne Mensch und die Ambivalenz des Datenflusses

22. Feb 2010
Google

Google Buzz gerät ins Visier der Datenschützer

Mit Google Buzz steig Anfang Februar der Suchmaschinengigant in das Kurznachrichten-Geschäft ein – und kassierte sofort Kritik von Seiten der Verbraucherschützer. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner wirft dem Dienst massive Verletzungen der Privatsphäre seiner Nutzer vor. Denn Google Buzz ist in den Email-Dienst Gmail integriert und hat Kontaktdaten aus den Email-Konten seiner Nutzer ohne explizite Freigabe an Buzz weitergegeben. Den Rest des Beitrags lesen »


Kampf um die mobilen Internetmilliarden – welches Konzept setzt sich durch?

9. Feb 2010
Digital

Die Zukunft ist digital

Die Zukunft kommt – und sie ist digital. Erst kürzlich hat Vorstand Steve Jobs den neuesten Coup des Apple-Imperiums vorgestellt: Das iPad agiert an der Schnittstelle zwischen Smartphone und Laptop und dringt in neue, unbekannte Gebiete des mobilen Internets ein. Gleichzeitig rüstet aber auch Suchmaschinengigant Google auf. Mit seiner Mobilsoftware Android und dem im Deutschland mit Vodafone lancierten Smartphone Nexus One möchte Google ins Massengeschäft mit Internethandys einzusteigen. Den Rest des Beitrags lesen »


Endgültiges Ende der Modem-Ära – AOL geht in Rente

18. Jan 2010
AOL-Logo

AOL verabschiedet sich vom deutschen Markt

Eine ganze Generation von Modem-Internetusern verabschiedet sich von dem 90er-Jahre-Pionier AOL. Der amerikanische Internet-Dienstleister schließt endgültig seine Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Schweden, Finnland und Spanien. Den Rest des Beitrags lesen »


Silver Surfer sind fitter im Kopf

15. Jan 2009

Das Internet zu nutzen hält im Alter geistig fit. Kreuzworträtsel lösen ist zwar auch nicht schlecht, aber die Gehirnforscher von heute empfehlen, lieber eine kleine Reise durch das World Wide Web zu unternehmen.

Wie der US-Forscher Gary Small, Direktor des UCLA Center on Aging, mit seinem Team heraus fand, werden beim Internet-Surfen mehr Areale im Gehirn benutzt als beim herkömmlichen Lesen.
Konkret ergab die Studie, dass Silver Surfer beim Suchen im Internet nicht nur die Gehirnareale für Sprache, Lesen, Gedächtnis und optische Reize aktivieren, sondern zusätzlich auch das Areal, welches für komplizierte Entscheidungen zuständig ist. Besonders bei Vielsurfern konnte diese zusätzliche Gehirnaktivität sehr deutlich nachgewiesen werden.

Damit sind Silver Surfer nachweislich fitter im Kopf – nicht nur, weil ihnen eine größere Auswahl an Nachrichten zur Verfügung steht.


Das Schweigen der digitalen Weihnachtsmänner

19. Dez 2008

Im digitalen Zeitalter ist alles anders. Mädchen wünschen sich keine Puppen mehr, sondern eine Spielkonsole von Nintendo, und auf die Lieferung des eigenen Ponys hofft auch keine mehr und bestellt lieber einen Fahrradhelm.

Doch das mit den Bestellungen ist auch so eine Sache geworden: während früher ein handgeschriebener Zettel auf der Fensterbank genügte, müssen heute Wunschzettel schon verschickt werden. Nicht per Post, sondern per E-Mail – der Weihnachtsmann soll ja so früh wie möglich informiert werden. Doch an welchen Weihnachtsmann schickt das wunschreiche Kind seine Wünsche?

Der Software-Hersteller novomind und die siebenjährige Johanna wollten es wissen: Johanna formulierte einen Wunschzettel, in dem sie sich einen Nintendo DS, einen Fahrradhelm und ein Buch über Pferde wünscht. Anschließend wurden ihre Wünsche mehrsprachig per Internet in fünf Länder verschickt. Vom schnelleren Informationsfluss zum Weihnachtsmann konnte jedoch meistens nicht die Rede sein.

Johanna bekam zwar zehn Antworten, jedoch gingen vier davon weder auf ihren Namen noch auf ihre Wünsche ein. Die Anbieter des Dienstes „himmelstadt.christkind@web.de“ beantworten keine digitalen Wünsche mehr, die Weihnachtsmänner von „weihnachtsdorf.de“ schweigen lieber ganz. Joulupukki, Weihnachtsmann aus Finnland, schloss sich diesem Schweigen an und aus Kanada gab es auch keine Antwort. Vorbildlich war der Service der Internetseite „weihnachtsstadt.de“: Johanna bekam eine Antwort mit persönlicher Ansprache und die Versicherung, dass die Elfen sich um ihre Bestellung kümmern. Ähnlich serviceorientiert reagierte der amerikanische Santa Claus: Er antwortete innerhalb von 24 Stunden und verlor dabei kein einziges Wort über das holprige Englisch des kleinen Mädchens.

Ob es hilft? Die weltweite Vernetzung macht sogar das Schreiben von Wunschzetteln zu einer Herausforderung. Fragen, die sich ein Kind heutzutage stellen sollte: Welcher Weihnachtsmann ist für mich zuständig und welcher hat die beste Testnote?


Interaktiv Lesen mit Google Maps

2. Dez 2008

Wer ein gutes Buch liest, beginnt in seinem Kopf eine Reise. Der Leser verlässt seine Realität für eine kurze Zeit und folgt den Worten und Bildern des Autors.
Wem es an Vorstellungsvermögen fehlt, dem kann jetzt geholfen werden. Es gibt jetzt ein Bilderbuch für Erwachsene. Senghor on the Rocks heißt es, spielt in Afrika und wurde von Christoph Benda geschrieben. Doch dieses Buch schickt einen auf eine neuartige Reise. Alle Orte und Wege die in diesem Buch genannt und beschrieben werden, werden parallel über Google Maps dargestellt. Da fällt es dem Leser schwer, sich zu entscheiden, – lesen oder Karten gucken? Malerisch beschrieben wird der Leser durch Dakar geführt und entdeckt eine Romanwelt und Afrika in Einem. Doch die interaktiven Karten zeigen nicht nur den Weg der Hauptakteure, wird es im Roman Abend, werden auch die Karten dunkler dargestellt.
Doch das Beste kommt zum Schluss: Das interaktive Buch ist im Netz für jeden zugänglich und für die nicht kommerzielle Nutzung kostenlos zu haben. Google Maps und Google Streetview stehen zwar wegen dem Datenschutz immer mal wieder in der Kritik, aber haben in diesem Fall die Einbindung von Kartenmaterial in einen Roman erst möglich gemacht.


Jugendliche geben sich zu offenherzig in Online-Foren

1. Dez 2008

Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest hat das Onlineverhalten von Jugendlichen in der JIM-Studie2008 untersucht.
Dazu wurden 1200 junge Menschen zwischen 12 und 19 Jahren befragt, was sie gerne im Internet machen und wie oft. Online-Communities spielen dabei eine große Rolle. Jeder Zweite gab an, solche Seiten regelmäßig zu besuchen. 41 Prozent erklärten sogar, täglich auf solchen Seiten zu verweilen.
Datenschutz ist dabei kein Thema für die Jugendlichen. Private Informationen werden mit einem Klick der ganzen Welt zugänglich gemacht. Dazu gehören Fotos, Videos oder im harmlosesten Fall die eigenen Hobbys. Dabei ist den Jugendlichen durchaus bewusst, welche Gefahren im Netz lauern. In einer früheren Studie des Verbandes gaben 40 Prozent an, dass schon einmal Fotos von ihnen ungefragt im Netz gelandet seien. Gut 20 Prozent erklärten, dass es bereits Ärger im Freundeskreis wegen der Veröffentlichung fremder Daten gab.

Datenschutz und Medienrecht ist leider kein Schulfach in der Schule, dabei wäre das dringend nötig. Mittlerweile haben 71 Prozent der Jugendlichen einen eigenen Computer, die Hälfte von ihnen sogar mit einem Internetzugang.


Nackte Tatsachen auf dem Handy

27. Nov 2008

……sollte man(n) lieber vermeiden, es sei denn, man hatte ohnehin vor, ein neues Leben an einem weit entfernten Ort zu beginnen und benötigt dafür ein Startkapital von 3 Millionen Dollar.
Doch das war eigentlich nicht der Plan, den Phillip Shermann verfolgte, als er sein Handy in einer McDonald’s Filiale im US-Staat Arkansas vergaß. Er wollte doch nur schnell etwas essen und dabei viel Haut seiner Frau genießen. Nein, er hatte nicht aus Versehen Bluetooth und Datenfreigabe aktiviert. Um an die Nacktfotos seiner Frau zu kommen, brauchte niemand eine Funkverbindung oder Hackerwissen. Der Mann hat nach seinem ausgiebigen Mahl einfach sein Handy vergessen – und damit auch seine nackte Frau.
Angestellte der Filiale fanden das Handy und versprachen nach einem Anruf von Herrn Sherman, es für ihn aufzuheben. Doch eine Bitte des Amerikaners wurde nicht erfüllt: Das Handy sollte abgeschaltet werden, um die sensiblen Daten für andere unzugänglich zu machen.
Das Gegenteil ist passiert. Nicht nur, dass die Augen eines McDonald’s Mitarbeiters die Kurven seiner Frau zu sehen bekamen, nein, dieser Mitarbeiter schnüffelte auch in den Textmitteilungen, im Adressbuch und in anderen persönlichen Daten herum. Als wäre das nicht genug, veröffentlichte er die Bilder auch noch im Netz, mit Name und Adresse des Paares und dem McDonald’s Logo.
Die Schadensersatzforderung von Sherman betrug 3 Millionen Dollar. Er und seine Frau mussten sich nach dieser Veröffentlichung ein neues Leben suchen. Ein neues Haus, zwei neue Jobs und die Anschaffung einer neuen Digitalkamera ist sicher auch geplant – dann passiert das nicht mehr mit dem Handy.


Stromintensives Zocken

26. Nov 2008

So ein wenig Entspannung zuhause kann teuer werden. Nicht, weil der Rechner mal wieder aufgerüstet werden muss oder das neue Add-On für World of Wordcraft (WoW) das letzte Taschengeld kostet: Teuer ist vor allem der Strom. Gut, bei Minderjährigen kommen dafür im Zweifelsfall die Eltern auf. Volljährige sollten sich aber gut überlegen, ob es wirklich nötig ist, den Rechner oder die Spielkonsole die ganze Zeit im Standby-Betrieb laufen zu lassen. Die Stromrechnung könnte diese Bequemlichkeit rächen.
Wie die Umweltorganisation Natural Resources Defense Council (NRDC) errechnet hat, verbraucht eine Xbox 360 oder eine Playstation 3 alleine durch den Standby-Betrieb Strom im Wert von 100 Dollar pro Jahr. Deswegen fordert der NRDC, die Konsolen mit einer besseren Stromspartechnologie auszustatten. Allein in den USA könnte dadurch bis zu einer Milliarde Dollar gespart werden.
Gut, einfacher wäre es natürlich, wenn die Zocker selbst den Aus-Knopf finden würden. Da Zocker aber anscheinend im echten Leben eher träge sind, sollen sich jetzt die Hersteller darum kümmern.
Noah Horowitz vom NRDC fordert die Hersteller von Spielkonsolen dazu auf, die Geräte energieeffizienter zu gestalten und damit das Geld der Kunden und die Umwelt zu retten. Ob die Umwelt die Produzenten interessiert, dürfte fraglich bleiben. Aber das Geld der Kunden, das dürfte sie doch spätestens beim Verkauf des nächsten Updates interessieren.


Ist das eine Grippe? Ich frage mal Google

24. Nov 2008

Ob Sie eine Grippe haben oder nicht, sehen Sie … wenn Sie Google fragen. Die Datensammelwut von Google ist endlich mal sinnvoll für die Gemeinschaft, also für die Leute, die ihre Daten nur zu gern mit Google teilen. Krankheitssyndrome werden schon lange bei Google eingegeben, nur falls der eigene Hausarzt gelogen hat oder als nicht vertrauenswürdig gilt. Da fragt man doch lieber den Netzdoktor – den man gar nicht kennt.

Auf der Seite Google Flu Trends werden die gesuchten Krankheitssyndrome der eigenen Region gesammelt und ausgewertet. So möchte Google in Zukunft Grippewellen vorhersagen. Der interessierte Sucher kann dann entweder vorsorgen oder doch noch zum Doktor gehen – der hat dann wohl doch nicht gelogen. Im Testbetrieb ist die Seite bisher nur für Amerika ausgelegt, soll aber noch erweitert werden. In Deutschland ist für derartige Frühwarnungen bisher das Robert Koch Institut zuständig. Das Institut kann jedoch erst Frühwarnungen aussprechen, wenn die Symptome durch einen Arzt diagnostiziert und weitergegeben wurden.