CCS – Allheilmittel für den Klimaschutz oder überflüssig?

25. Jun 2009

Das Gesetz zur unterirdischen Speicherung von CO2 sollte eines der letzten klimapolitischen Projekte der großen Koalition werden. Nun scheiterte das Vorhaben – wegen Widerständen aus der Union. Das Verfahren zu Abtrennung und Speicherung von CO2 unter der Erde wird also vorerst in Deutschland keine Anwendung finden.

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Keine Kohle für die Klimazerstörung

12. Dez 2008

Was Gutes hat die Rezession ja: es ist keine Kohle für die Klimazerstörung da.
Gernot Klepper, Klimaexperte des Instituts für Weltwirtschaft, äußerte sich gegenüber der Bild euphorisch zum Thema Rezession: „Rezession bringt Klimaschutz und Weltrezession bringt massiven Klimaschutz!“ Herr Klepper rechnete weiter: „Allein, wenn sich das chinesische Wirtschaftswachstum halbieren sollte, geht der Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um ein Viertel zurück. Es könnte sogar sein, dass die weltweite Konjunkturkrise kommendes Jahr das globale Emissionswachstum stoppt.“ Die Wirtschaftsvertreter aller Länder dürften damit beruhigt sein. Harte Umweltauflagen wird es in der Krisenzeit damit wohl erstmal nicht geben, besonders wenn die Kohlendioxidemissionen konstant bleiben oder zurück gehen.

Aktuell diskutieren zahlreiche Regierungschefs und Umweltminister in Brüssel und Posen über Aktionen zum weltweiten Umweltschutz. Die Rezession scheint eine der wirksamsten Maßnahmen zu sein und das Tollste daran: Diese Art von Umweltschutz kostet die Staaten keinen Cent extra.


Ökomarkt mal anders bei Tengelmann

8. Dez 2008

In einem Ökomarkt gibt es vor allem eines: Ökowaren zu ökologisch verträglichen Preisen. Ein Ökomarkt kann jedoch auch ganz anders aussehen. Wer wissen möchte, wie, sollte mal nach Speldorf in Mülheim fahren: Dort hat der erste umweltschonende Supermarkt der Kette Tengelmann eröffnet.
Doch drinnen gibt es erstaunlich wenig Ökowaren, denn der Supermarkt in Speldorf ist in seinem Grundgerüst Öko und nicht durch sein Warenangebot. „Leuchturm“ nennt Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub seine neue Filiale, die innerhalb von sieben Wochen mit einem „kleinen“ einstelligen Millionenbetrag ökologisch und energetisch optimiert wurde.
Durch das Glasdach der Filiale strömt Tageslicht in das Innere. Solarenergie sorgt für Strom, Erdwärme und Abwärme werden zum Heizen genutzt. LED-Lampen leuchten energiesparend und Kühlregale verhalten sich geschlossen, um keine Kühlenergie zu verschwenden. Laut dem Unternehmen wurden alle derzeit erhältlichen Techniken für den Umweltschutz und gegen hohe Energiepreise eingesetzt. Eine Investition, die sich lohnen soll. Herr Haub erwartet eine Reduzierung der Energiekosten von 50 Prozent und eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes um 100 Prozent.
Gut angelegtes Geld – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für das Image des Unternehmens. Die Energie Agentur Nordrhein-Westfalen lobt Tengelmann als großes Vorbild und Haub sieht in seinem Klima-Supermarkt die Fortführung des mittlerweile 50-jährigen Umweltengagements der Marke Tengelmann.


Pro-Klima-Strom = Atomstrom

13. Nov 2008

Atomstrom hat viele Vorteile, doch die meisten liegen beim Betreiber der Kraftwerke. Um den Kunden die große Freude an den geballten Profiten beim Atomstrom schmackhaft zu machen, hat sich der Essener Energiekonzern RWE jetzt etwas ganz Innovatives ausgedacht.
„Pro-Klima-Strom 2011“ heißt der neue Tarif von RWE und ist damit der erste Tarif für Privatkunden, dessen Strom hauptsächlich aus Atomkraftwerken stammt. Der Kunde bekommt bei diesem Angebot 68 Prozent Atomstrom und 32 Prozent Strom, der aus Wasserkraftanlagen stammt. Beides sehr emissionsarme Herstellungsweisen von Strom, daher auch „Pro Klima Strom“. Bei der Erzeugung von einer Kilowattstunde „Pro-Klima-Strom“ würden nur 0,0018 Gramm radioaktiver Abfall entstehen, die Kohlendioxidemissionen liegen bei Null – wirbt der Konzern. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 fielen durchschnittlich für jede erzeugte Kilowattstunde Strom in Deutschland 0,0008 Gramm radioaktiver Abfall und 520 Gramm Kohlendioxidemissionen an.

Aktuell ist der „Pro-Klima-Tarif“ erstaunlicherweise teurer als der RWE-Grundversorgungstarif, dafür gibt es eine Preisgarantie für die nächsten drei Jahre. Die anderen Stromtarife des Energieversorgers werden wahrscheinlich ab Januar steigen.
RWE möchte als einer der größten Kernkraftsbetreiber in Deutschland wohl Werbung für die Verlängerung der Laufzeiten der eigenen Kraftwerke machen. Bleiben die gesetzlichen Vorschriften wie gehabt, wird RWE spätestens 2011 seine Reaktoren vom Netz nehmen müssen.


Blonde Kohlegegnerin ab 1 Euro

27. Okt 2008

„Blonde Studentin der Sozialwissenschaften ab 1 Euro zu ersteigern.“ Die Lieferung ist im Preis inbegriffen, denn Sabine Niels kann Bus und Bahn fahren, zu jedem Meldeamt in Brandenburg. Frisur und Kleidung kann sich der Höchstbieter aussuchen, und auch gern die Presse zu dem Date vor dem Meldeamt einladen. Die Sabine ist da nicht so. Als Abgeordnete des Bündnisses 90/Die Grünen im Kreistag Oder-Spree ist Engagement kein Fremdwort für sie. Es geht schließlich um bedeutende Dinge, und zwar die Sulfat Belastung der Spree durch den Kohleabbau in der Lausitz. Mit der ebay Auktion möchte Sabine Niels auf die Unterschriftensammlung gegen die neuen Kohleabbauprojekte von Vattenfall in der Lausitz aufmerksam machen und ganz nebenbei durch das Auktionsgeld das Porto für das Volksbegehren finanzieren. Fünfzig Euro wären schon mal für die gute Sache verdient, ein Hamburger Bieter aktivierte den Sofort-Kaufen-Knopf für einen Brandenburger Freund. Kurz darauf wurde der Sofort-Kaufen-Preis auf 99 Euro erhöht. Mittlerweile ist die Option ganz aus dem Onlineangebot verschwunden, dafür gibt es das Angebot jetzt in einer Begrenzung von fünf Stück. Zugelassen zu dem Treffen mit Sabine sind maximal 20 Personen. Der Bieter oder die Bieterin darf bis zu 19 weitere Personen mitbringen. Die können dann auch mit ins Meldeamt kommen und ebenfalls beim Volksbegehren gegen den Kohleabbau mitwirken – sie müssen aber nicht, falls sie Sabine vor dem Meldeamt nicht überzeugen konnte. Die 35-Jährige Studentin der Sozialwissenschaften beschreibt ihre Idee als „Vermarktung demokratischer Partizipation“ und möchte die Wissenslücken der Bevölkerung über den Kohleabbau schließen. Bis zum 9. Februar 2009 müssen für einen Volksentscheid 80.000 Unterschriften gesammelt werden.


Klima Saboteur in Käferform

24. Jul 2008

Alarmstufe Rot in Kanada. Die Kiefern setzen ein Zeichen: Bald werden sie nicht mehr da sein, davon künden ihre Nadeln in rot. Riesige Waldflächen sind dem Untergang geweiht. Schuld daran ist der Bergkiefernkäfer Dendroctonus ponderosae oder kürzer Borkenkäfer. Dabei könnte man den Borkenkäfer leicht übersehen: Er ist nur so groß wie ein Reiskorn. „Gemeinsam sind wir stark“ ist jedoch ein Motto, mit dem der Käfer bei starker Population ganze Landstriche verwüstet. Das Rot der frisch befallenen Bäume wechselt nach einem Jahr in grau über – dann sind die Bäume endgültig tot. Schlecht für die Bäume – aber was hat das mit dem Klima zu tun? Das massenhafte Absterben der Bäume hinterlässt Biomasse, die sich nach und nach zersetzt und damit eine ordentliche Menge an Kohlendioxid freisetzt. Kanadische Wissenschaftler haben berechnet, dass der Borkenkäfer im Zeitraum von 2000 bis 2020 dafür sorgen wird, dass ein großes Waldgebiet in British Columbia eine völlig neue Klimarolle bekommt. Statt das Kohlendioxid wenigstens geringfügig zu reduzieren, wird dieser Wald riesige Mengen an Kohlendioxid freisetzen. Das Pacific Forestry Center sagt voraus, dass allein aus diesem Gebiet mit einer Kohlendioxid- belastung von durchschnittlich 36 Gramm pro Quadratmeter und Jahr zu rechnen ist. Doch dieses Waldgebiet hat eine Dimension, die größer ist als die Bundesrepublik Deutschland. Bis zum Jahr 2020 dürften so – dank dem Borkenkäfer – zusätzliche 270 Megatonnen Kohlendioxid freigesetzt werden. Ärgerlich oder dumm gelaufen, denn genau diese Menge Kohlendioxid soll Kanada laut Kyoto-Protokoll bis zum Jahr 2012 einsparen. Die Käfer haben eindeutig nicht das Kyoto-Protokoll gelesen. Große Klimamodelle sind einfach zu allgemein gehalten, als dass Käfer und ihre Gewohnheiten darin hätten berücksichtigt werden können.


900 Millionen durch Kohlendioxid

10. Jul 2008

Umweltbewusstes Handeln zahlt sich aus, ganz besonders wenn es dabei um CO2 Emissionen geht. Das sorgt für frische Luft für die Region und Taschen voller Geld. Möglich macht das der Handel mit CO2-Emissionshandelszertifikaten. Deutschland hat so viele Emissionen eingespart, dass es die nicht benötigten Zertifikate jetzt meistbietend versteigern kann. 900 Millionen Euro erwartet der Bund durch den Verkauf der Kohlendioxid-Emissionshandelszertifikate, mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr. So lauten die Zahlen, die das Bundesumweltministerium jetzt bekannt gab. Grundlage für diese Rechnung ist der Durchschnittspreis für Kohlendioxidemissions-Berechtigungen multipliziert mit 40 Millionen Zertifikaten, die Deutschland wegen seines vorbildlichen Verhaltens nicht benötigt. Alleine von Januar bis Mai 2008 konnte der Bund mit dem Zertifikatshandel 422 Millionen Euro erzielen, 22 Millionen mehr als der Etat-Ansatz für das ganze Jahr beträgt. Gespart wurden die Emissionen vom Volk, doch die monetären Gewinne bleiben bisher beim Staat. Eine Ungerechtigkeit, wie Gudrun Kopp, FDP-Bundestagsabgeordnete, findet. Die Zusatzeinnahmen müssten an die Bürger – zum Beispiel durch eine Senkung der Ökosteuer – zurückgegeben werden.