Manus manum lavat hieß es im alten Rom – eine Hand wäscht die andere. Dieses Prinzip scheint in Rom immer noch zu gelten, zumindest in der Oskar Santillis Klasse im römischen Enzo-Ferrari-Gymnasium. Dort lässt der Lehrer seine Schüler elektrische Energie produzieren – ganz klassisch mit dem Dynamo, so ein Bericht von DeutschlandRadio. Was zunächst an den Hamster im Laufrad erinnert, ist bei den Schülern beliebt. Sie können in Santillis Klasse über Ergometer Strom produzieren, der zunächst gespeichert und später für den Schulbetrieb verwendet wird. Den Rest des Beitrags lesen »
Die Taiga: keine Straßen, aber DSL
12. Jul 2008Das Nahverkehrsnetz in Deutschland ist gut ausgebaut, sogar auf dem Land werden Straßen geteert, Straßen mit Schildern ausgestattet und auf die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung gepocht. Das ist in Russland etwas anders. Der Bürgermeister des hessischen Ortes Hohenstein, Hans-Jürgen Finkler,reiste als Mitglied einer Delegation in die Taiga. Dort versteht man unter Straßenbau etwas anderes als in Hohenstein. Unbefestigt sind sie, die Landstraßen, und öffentliche Busse haben einen Flair von UdSSR. Aber der Schein trügt. Wie Finkler feststellen durfte, liegt die Innovation unter der Oberfläche oder noch besser in den Kindern der Taiga. Sogar in einem kleinen Dorf wie Lubim mit gerade mal 6000 Einwohnern gibt es DSL für alle. Es werden Prioritäten gesetzt in der Taiga, es wird in die Zukunft investiert – nicht nur in den schönen Schein. Bürgermeister Hans-Jürgen Finkler wunderte sich nur, kämpft er doch schon lange für flächendeckendes DSL in seiner Region. Noch mehr staunte der deutsche Bürgermeister, als er eine Schule in Jaroslawl besuchte. Selbstverständlich gibt es auch hier DSL für die Kinder. Die Gruppen sind klein und für 26 Schüler und neun Kindergartenkinder stehen fünf Lehrer und eine Erzieherin zur Verfügung. Die Schulklassen altersmäßig gemischt. Die Schüler sind zwischen sechs und vierzehn Jahren alt und werden nicht nur aus Notwendigkeit, sondern wegen eines durchdachten pädagogischen Konzepts zusammen unterrichtet. So kann jeder jedem helfen. Schulklassen und Lehrer funktionieren eher als Familienverbund, denn als reine Lehr- und Lerneinheit. Die Schulklassen sind stolz auf das Erreichte und voller Begeisterung bei der Sache.
Finkler war geplättet und überrascht über die gute und leistungsorientierte Stimmung in der Klasse. Da könnten sich die Deutschen etwas abschauen. Kleine, motivierte Klassen, DSL für alle. Die Zukunft gehört den Kindern und vor allem der Bildung. Vielleicht lag es am Wodka, aber Herr Finkler und der Bürgermeister von Lubim, Alexander Koshkin, planen weitere Treffen. Man kann von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen – auch ohne Wodka und gut ausgebautes Verkehrsnetz. Durch Datenautobahnen erreicht man Ziele sowieso viel schneller als über die Autobahn.

Verfasst von toptarif