Teure Entsorgung? Windräder lassen sich nur schwer recyceln

Entsorgung von Windrädern: Info

Komplizierte Entsorgung: Windräder werden nach 20 bis 25 Jahren zurückgebaut

Über 24.000 Windräder stehen in Deutschland. Diese decken ungefähr zehn Prozent des deutschen Energiebedarfs. Die enorme Zahl an Windrädern wächst weiter, trotzdem muss das eine oder andere zwischenzeitlich auch wieder weichen. Dann nämlich, wenn seine Betriebserlaubnis erlischt. Das ist nach etwa 20 bis 25 Jahren der Fall. Regelungen in der Baugenehmigung sehen zwingend den Rückbau eines Windrades vor, wenn der Betrieb eingestellt wird. Schon während des Rückbaus stellt sich die Frage nach der Entsorgung. Denn Windräder bestehen aus Beton, Stahl und viel Technik. Das meiste lässt sich recyceln. Schwierigkeiten gibt es jedoch bei der Entsorgung der Rotorblätter.

 

Wiederverwertung nach 20 Jahren Betriebsdauer

Mit einer Länge zwischen 30 und 60 Metern sind die Rotorblätter der Windräder riesige Ungetüme. Dies erschwert nicht nur die Anlieferung, sondern natürlich auch die Entsorgung. Windräder werden beim Rückbau an Ort und Stelle zerlegt, um leichter abtransportiert werden zu können. Bei den Rotoren ist dies bisher schwierig, denn sie sind am Stück gefertigt und müssten unter großem Aufwand zersägt werden. Eine mögliche Alternative ist die Sprengung. An dieser Variante wird aktuell geforscht. Auch nach der Zerkleinerung ist die Entsorgung nicht so einfach, denn die Rotorblätter bestehen aus Verbundwerkstoffen, die sich nicht ohne Weiteres voneinander trennen lassen. Grund für die Stilllegung von Windrädern in Deutschland ist meist das Ende der EEG-Bezuschussung nach 20 Jahren. Die meisten Windräder werden nach dieser Zeit ins Ausland verkauft, wo sie durchaus noch weitere 20 Jahre Strom produzieren können. Trotzdem gibt es immer mehr Windräder, die entsorgt werden müssen. Man geht davon aus, dass ab 2040 jedes Jahr 30.000 Tonnen Rotorschrott entsorgt werden müssen.

 

Komplizierte Entsorgung: Windräder auf dem Meer

So ganz genau weiß niemand, wo der ganze Schrott hin soll. Recycling wird bisher bei der Entsorgung von Windrädern kaum praktiziert. Seit 2004 muss für die Erteilung der Baugenehmigung nachgewiesen werden, dass es für den teuren Rückbau genügend Rücklagen gibt. Ältere Anlagen müssen diese Rücklagen noch nicht haben, sodass viele Betreiber sicher nicht in der Lage sein werden, ihre Windräder selbst zu entsorgen. Noch komplizierter ist die Entsorgung von Offshore-Windanlagen. Immerhin kann bei ihnen die Betriebserlaubnis um 25 Jahre auf insgesamt 50 Jahre verlängert werden, was bei Windrädern auf dem Land nicht möglich ist. Bei Offshore-Anlagen muss der Meeresboden so wiederhergestellt werden, wie er vor der Errichtung der Anlage war. Dies bedeutet unter anderem, die schweren Stahlfundamente bis mindestens zwei Meter unter Bodenniveau abzutragen. Ob die Reste langfristig Schaden anrichten, weiß keiner so genau. Aber bis man dieses Problem angehen muss, sind ja noch 30 bis 40 Jahre Zeit. Bis dahin hoffen Betreiber einfach darauf, dass es in der Zukunft eine Lösung geben wird, die wirtschaftlich ist und im besten Fall auch umweltfreundlich und sicher.

 

Mit Material von SPIEGEL ONLINE

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