Umweltverschmutzung durch Abgase – Pick-ups als Dreckschleudern

Umweltverschmutzung: Info

Die Umweltverschmutzung durch Abgase ist auf einem neuen Höhepunkt angelangt.

Eins muss man ihnen lassen: Kreativ sind sie ja, die Amis. Das ist aber auch schon alles, was man über die sogenannte Coal Roller Bewegung positives sagen kann. Bei dieser Bewegung bewegen sich vor allem PS und Unmengen an Benzin, während in den Oberstübchen der Fahrer die Motoren eher im Leerlauf zu tuckern scheinen. Als Protest gegen Umweltschützer und Ökobewegungen motzen Amerikaner in konservativen Bundesstaaten wie Wisconsin und Alabama ihre Pick-ups so auf, dass sie schwarze Rußwolken von sich geben und Unmengen an Abgas produzieren. Im Internet kursieren Videos, in denen PS-starke Pick-up-Trucks nicht nur andere Autos, sondern auch Demonstranten, Kinder und den ungeliebten Nachbarn gezielt in eine Dreckwolke hüllen. Die forcierte Umweltverschmutzung durch Abgase als Protest gegen Umweltpolitik findet immer mehr Anhänger.

 

Der Umbau in eine Kohlewalze gelingt selbst ohne tiefgreifende Talente

Der Umbau eines ohnehin schon nicht besonders umweltfreundlichen Riesen-Pick-ups in eine Dreck spuckende „Kohlewalze“ ist nicht sonderlich kompliziert. Daher bietet sich der Umbau auch für all jene an, deren Fähigkeiten auf anderen Gebieten eher beschränkt sind. Für ungefähr 500 Dollar bekommt man ein Tuning-Set, mit dem man in wenigen Handgriffen aus seinem Auto eine wahre Abgasschleuder macht. Ein neuer Auspuff, ein bisschen Manipulation am Motor, um die eingespritzte Kraftstoffmenge zu erhöhen, Ausbau des Rußpartikelfilters und fertig ist die rollende Rußschleuder. Damit wird die Umweltverschmutzung durch Abgase zu neuen Höhepunkten geführt, während anderswo fieberhaft nach Lösungen gesucht wird, den Abgasausstoß zu reduzieren. Mit der Bezeichnung „Prius Repellent“ (Prius-Schreck) machen die Coal Roller auf ihr liebstes Feindbild aufmerksam: Mit viel Zorn und Dreck richten sie ihre Aggression gegen „Nature-Nuffies“ – Natur-Nulpen – die versuchen, in Hybridfahrzeugen aus Fernost den Ausgleich für die Stinke-Trucks zu schaffen. Erlaubt ist dieses Platzhirsch-Gehabe freilich nicht. Allerdings tun sich die konservativen Staaten in Amerika nicht unbedingt durch Gesetzgebungen hervor, die den Kapriolen ihrer Bürger bei fragwürdigen Praktiken wirklich Einheit gebieten. So hat beispielsweise Texas eine Regelung, dass der Ausstoß von übermäßigen Abgaswolken erst bestraft wird, wenn er länger als zehn Sekunden andauert. Da die Kohlewalzen jedoch vor allem beim Anfahren ihre dreckigen Wolken absondern, sehen viele Ordnungshüter einfach darüber hinweg.

 

Eine Demonstration des fortschreitenden Rückschritts

Viele Proteste kann man zwar persönlich nicht nachvollziehen, aber immerhin akzeptieren. Bei den Coal Rollers allerdings kann man sich nur an den Kopf fassen und fragen, ob sie vielleicht beim Umbau ihrer Pick-ups ein bisschen lange an der Abgasleitung geschnüffelt haben. Immerhin wundert die geographische Ausrichtung der Proteste niemanden. Nachdem der Rassismus nun auch langsam in Staaten wie Alabama und Texas nicht mehr angesagt ist und auch die Todesstrafe immer seltener zur Anwendung kommt, musste wohl etwas Neues her, um der Welt zu demonstrieren, dass in konservativen Teilen Amerikas die Uhren noch anders ticken als im Rest der Welt. Mit der gezielten Umweltverschmutzung durch Abgase ist dies mal wieder eindrucksvoll gelungen. Mögen die Coal Rollers dieser Welt eines nicht allzu fernen Tages an einer Überdosis ihrer eigenen Medizin zugrunde gehen!

 

Mit Material von spiegel.de

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