Verbraucherschützer stellen sich gegen intelligente Stromzähler

Intelligente Stromzähler: Info

Verbraucherschützer kritisieren intelligente Stromzähler.

Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. Als Nachfolger analoger Stromzähler verzeichnen sie nicht nur den Stromverbrauch, sondern liefern sekundengenaue Daten darüber, wann welcher Strom-verbraucher im Haushalt jeweils in Betrieb ist – und geben damit Auskunft über die Lebensgewohnheiten der Bewohner, über Abwesenheiten, Besuch und andere Umstände, die Netzbetreiber eigentlich nicht viel angehen. Noch im vergangenen Herbst hatte sich die Bundesregierung dafür ausgesprochen, den Einbau weiterer intelligenter Stromzähler nicht weiter zu forcieren. Im Februar allerdings legte das Bundeswirtschaftsministerium Eckpunkte für ein Verordnungspaket „intelligente Netze“ vor, das nun doch den Einbau von Smart Metern in bestimmten Haushalten vorsieht.

 

Strom dann nutzen, wenn er verfügbar ist

Mit intelligenten Stromzählern soll der Stromverbrauch besser planbar werden. Durch die Datenerfassung lassen sich leicht Perioden ermitteln, in denen viel Strom verfügbar ist, von dem wenig verbraucht wird und umgekehrt. Damit könnten Verbraucher, die nicht an strikte Zeitpläne gebunden sind, Strom gezielt dann beziehen, wenn er in großem Maße verfügbar ist. Eine Waschmaschine könnte mithilfe des Smart Meters zur Mittagszeit gestartet werden, wenn Sonnenenergie in großer Menge produziert wird, gleichzeitig aber in den meisten Haushalten die Geräte still stehen, weil alle Bewohner außer Haus sind. Dies reduziert Kosten, weil so der Verbrauch von Strom aus regenerativen Quellen optimal gesteuert werden kann.

 

Intelligente Stromzähler kosten viel und sind möglicherweise nicht sicher

Die Kehrseite der Medaille sind nicht nur die Kosten für die Smart Meter, die auf die Verbraucher umgelegt werden. Auch Verbraucherschützer sehen die intelligenten Stromzähler kritisch, weil Datenschutz und Datensicherheit umstritten sind. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen all jene Haushalte mit intelligenten Stromzählern ausgestattet werden, deren Stromverbrauch bei mehr als 6.000 kWh im Jahr liegt. Alle anderen Haushalte sollen nach und nach folgen. Die Verbraucherzentrale fordert, die Nachrüstung freiwillig erfolgen zu lassen. Bereits jetzt sind zahlreiche Haushalte mit intelligenten Stromzählern ausgestattet. Viele davon entsprechen jedoch nicht den Anforderungen der Bundesregierung.

 

Die Proteste wachsen proportional zur Verbreitung

In Amerika wurden die intelligenten Stromzähler in einigen Bundesstaaten verpflichtend eingeführt. Dort sind die Smart-Meter-Gegner inzwischen zu einer wahren Massenbewegung geworden. Die Weigerung, dem Stromversorger für die Installation des intelligenten Stromzählers Zugang zu gewähren, führt dabei sogar zu eingetretenen Türen und anderen Formen von Hausfriedensbruch. Auch in anderen Ländern wachsen die Proteste in gleichem Maße, in dem die Umsetzungspläne voranschreiten. Noch ist es in Deutschland recht ruhig um die intelligenten Zähler. Setzt die Bundesregierung jedoch die Einführungspläne um, könnte sich dies in naher Zukunft ändern.

 

Mit Material von heise.de

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