
Mann und Frau sind vor dem Antlitz Gottes sicher gleich – aber auch vor ihrem Versicherer?
Was ist Unisex? Für den Europäischen Gerichtshof die Formel für mehr Gleichberechtigung in der Versicherungsbranche. Ab 21. Dezember 2012 dürfen die Versicherer bei der Berechnung der individuellen Prämien das Geschlecht als Merkmal nicht hinzuziehen. Was ist Unisex somit für die Versicherten? In den meisten Fällen teurere Prämien, denn die Versicherer müssen jetzt die Risiken für beide Geschlechter einheitlich kalkulieren. In Summe ergibt sich ein höheres Risiko als bisher und so steigen die Preise bei zahlreichen Versicherungen.
Unisex: Männer sterben früher, Frauen bauen seltener Kfz-Unfälle
Was bedeutet also Unisex für die Kalkulation? Bisher wurden alle statistischen Risikomerkmale des Geschlechts in die Berechnung einbezogen. Dadurch waren Lebensversicherungen für Männer günstiger, für Kfz-Policen mussten Frauen weniger zahlen. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung hatten wieder die Männer die Nase vorn. Was ist Unisex – der Kampf der Geschlechter, eine ungerechte Behandlung von Frauen, oder von Männern, oder von beiden? Sie sehen, eine komplizierte Angelegenheit!
Emanzipation, Gleichberechtigung und wie sie alle heißen…
Gehen wir doch ein Stück zurück und schauen uns an, was Emanzipation und Gleichberechtigung eigentlich darstellen. Gleichberechtigung bedeutet im Großen und Ganzen, dass alle Bürger vor dem Gesetz und der Gesellschaft gleich sind. Als Grundsatz wurde diese schon während der französischen Revolution gefordert und endgültig mit dem Wahlrecht für Frauen im 20. Jahrhundert im Gesetz verankert. Tolle Errungenschaft, dieses Wahlrecht, aber ist es diese Gleichberechtigung, die uns Frauen nun höhere Beiträge für die Kfz-Versicherung zahlen lässt?
Und was ist mit der Emanzipation? Diese bedeutet nicht so sehr Gleichberechtigung, sondern vielmehr die Selbständigkeit, sich von Rollenverhältnissen zu lösen. Spüren Sie die Selbstbefreiung bei den neuen Unisex-Tarifen? Nein? Schade.
Wann ist ein Mann ein Mann?
Schade ist übrigens auch, dass heute das Thema Gleichberechtigung tatsächlich auf Gesetzesebene noch eine Rolle spielt. Eigentlich müsste im 21. Jahrhundert allen klar sein, dass Frau und Mann zwar gleichberechtigt sind, aber nicht gleich. Daher mein Appell an alle Europäer: Lasst doch bitte Mann und Frau unterschiedlich sein! Sonst verlieren wir noch einen großen Teil unserer Identität und können auch gleich unemanzipierte Kultur und Musik verbieten, zum Beispiel Grönemeyers „Männer“. Dabei singt er doch so schön: Männer sind furchtbar stark, Männer kriegen ‘n Herzinfarkt. Und da haben wir den nächsten Knackpunkt: Den Versicherern ist doch die Emanzipation egal – Ihnen geht es nur um den Herzinfarkt.
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