Wasser herstellen in Entwicklungsländern: Wie Bill Gates aus Scheiße Gold macht

Wasser aus Kot: Info

Bill Gates will aus Kot Wasser herstellen.

Was Bill Gates anpackt, wird eigentlich immer zu einem Erfolg. Der reichste Mann der Welt hat ein Computerimperium geschaffen und engagiert sich seit vielen Jahren mit seinem Vermögen für die Armen und Schwachen. Jetzt will er gleich zwei Probleme mit einem Streich lösen: Er will aus Fäkalien Wasser herstellen und damit zum einen die Trinkwasserproblematik in vielen Entwicklungsländern angehen, und zum anderen die dort herrschenden hygienischen Bedingungen durch das Recycling von Fäkalien verbessern.

 

Aus Kot Wasser herstellen – ein Segen für Entwicklungsländer?

Mit einer Maschine, die sich Omniprocessor nennt, könnte Bill Gates die Welt revolutionieren. Wenn man bei dieser Maschine oben eine Notdurft einfüllt, kommt ein paar Minuten später unten sauberes Trinkwasser raus. Nutzt man die Kapazität des Omniprocessors voll aus, kann täglich der Kot von 100.000 Menschen verarbeitet werden. Damit lassen sich 86.000 Liter Wasser herstellen. Zudem werden 250 kW Strom erzeugt. In Ländern mit einer hohen Bevölkerungsdichte und schlechter Versorgung mit Sanitäranlagen und Trinkwasser kann der Omniprocessor die Menschen also nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Strom versorgen. Wenigstens, um die Anlage zu betreiben. Da mindestens zwei Milliarden Menschen auf der Erde keinen Zugang zu funktionierenden sanitären Anlagen haben, wächst der Haufen stinkender Hinterlassenschaften. Das stellt nicht nur ein olfaktorisches, sondern auch ein gesundheitsschädliches Problem dar, denn jährlich sterben mehr als eine Million Kinder an Krankheiten, die durch fehlende Sanitäranlagen entstehen. Die Hälfte der Krankenhauspatienten in Entwicklungsländern leiden unter Krankheiten, an denen die schlechte Wasserqualität und die hygienischen Bedingungen schuld sind. Bill Gates ist überzeugt von seiner Maschine und nennt das Ergebnis „köstlich“. Er meint, dass er es „mit Vergnügen täglich“ trinken würde. Bis zur Serienreife können allerdings noch einige Jahre ins Land gehen.

 

Ein Hoch auf die Wasseraufbereitung!

Da hatte Bill Gates mal wieder eine gute Idee. Praktischerweise hat er ja auch genug Geld, um jede seiner Ideen probehalber in die Tat umzusetzen. Mit der Maschine, die aus Kacke Wasser herstellt, könnte er vielen Menschen auf der ganzen Welt helfen. Kritiker hingegen sind weniger optimistisch, was den praktischen Nutzen der Anlage angeht. Zum Beispiel wird bemängelt, dass es sich bei dem Produkt aus der Wundermaschine mitnichten um Trink-, sondern allenfalls um Brauchwasser handelt. Das kann man zwar trinken, es fehlen aber wesentliche Mineralien, die Trinkwasser enthalten sollte. Aber dass die Menschen dann endlich kleinere Kotberge und im Gegenzug Wasser haben, um ihre Wäsche zu waschen, wäre ja auch schon ein Fortschritt. Wenn man weiß, wo das Wasser herkommt, möchte man es vielleicht ohnehin nicht mehr trinken.

 

Mit Material von FOCUS ONLINE

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