Whatsapp und Facebook – wirklich so eigenständig wie behauptet?

Whatsapp und Facebook: Info

Whatsapp und Facebook: Wirklich so unabhängig wie behauptet?

Was Kritiker bereits bei der Übernahme von Whatsapp durch Facebook befürchtet hatten, könnte jetzt vielleicht bald Wirklichkeit werden. Denn ein US-Blog berichtet von Usern, die in einer Vorab-Version einer neuen Facebook-App einen Whatsapp-Button gesichtet haben. Damit könnten Whatsapp und Facebook bald gemeinsame Sache machen – obwohl beide Seiten die strikte Trennung der Datensätze bisher immer öffentlich verteidigt hatten.

 

 

Direktverbindung zu Whatsapp in der neuesten Facebook-App

Schaut man sich in der neuen Facebook-App Fotos an, erscheint neben den bekannten Schaltflächen „gefällt mir“ und „kommentieren“ auch ein Whatsapp-Symbol, mit dem ein Foto oder ein Kommentar direkt per Whatsapp-Nachricht an einen Kontakt gesendet werden kann. Facebook hält sich zu dieser Neuerung bedeckt und gibt an, keine Gerüchte und Spekulationen zu kommentieren. In der neuesten Version, die dem deutschen Android-Nutzer zur Verfügung steht, ist bisher nichts von der Verknüpfung zwischen Whatsapp und Facebook zu sehen. Beim Kauf vor etwa einem Jahr wurde ausdrücklich betont, dass Whatsapp und Facebook trotz des gemeinsamen Besitzers getrennte Unternehmen mit getrennten Datenstämmen bleiben sollen. Noch im Januar wurde vom Facebook-Management bestätigt, dass es keinerlei Pläne gebe, die beiden Dienste zusammenzuführen. Stattdessen soll der Facebook-Messenger weiter ausgebaut werden. Trotzdem scheint sich Facebook schon auf eine Zusammenlegung vorzubereiten oder ihr zumindest den Weg zu ebnen: Die neuen Datenschutzrichtlinien erlauben die Zusammenlegung von Datenbeständen verschiedener Angebote, die unter dem Facebook-Dach vereint sind.

 

Ein Button macht noch kein Datenschutzproblem

Natürlich kann man sich nun als besorgter Datenschützer einen Mark Zuckerberg vorstellen, der Daten unbefugt veröffentlicht. Wie er, einen Berg Notizzettel in der Hand, auf ein Hochhaus steigt und all diese Zettel in die Menge wirft, die sich dann daran ergötzen kann, dass Thomas Meyer schon mal bei Feinkost-Franz einkauft und den BVB nicht mag, Agathe Bauer gern ohne Unterwäsche ihre Fenster putzt und Hans Kurz schon einen Zahnersatz trägt, seit er 19 ist. Doch einzig die Implementierung eines Buttons braucht noch niemanden in Angst und Schrecken zu versetzen, dass Whatsapp und Facebook bald einen heimlichen Datenaustausch vornehmen könnten. Denn Buttons, um Dinge auf Facebook, Twitter oder Pinterest zu teilen, gibt es auf unendlich vielen Internetseiten. Und die haben bestimmt auch nicht alle die Datenbänke übernommen.

 

Mit Material von zeit.de

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