Wie das „Nophone“ der Smartphonesucht den Garaus machen soll

Smartphonesucht: Info

Das „Nophone“ soll helfen, die Smartphonesucht zu bekämpfen.

Diese Situationen kennen alle: Der Bus ist grad weg und man muss zehn Minuten auf den nächsten warten, man sitzt beim Arzt und es sind noch sieben Patienten vor einem oder in der Kneipe muss der Kumpel mal auf die Toilette, während man alleine am Tisch zurückbleibt. Schnell kommt Langeweile auf. Um diese zu bekämpfen, greifen die meisten Menschen innerhalb von Sekunden zum Smartphone. Mal eine Whatsapp-Nachricht hier, eben auf Facebook der Welt mitteilen, dass man den Bus verpasst hat und danach noch schnell eine Runde Angry Birds spielen. Eine Studie an der Bonner Universität hat ergeben, dass junge Menschen im Schnitt alle 12 Minuten nach ihrem Smartphone greifen. Nicht wenige werden dabei von der Smartphonesucht voll kontrolliert. Mit einer eigens dafür entwickelten kostenlosen App können Handynutzer ihren täglichen Smartphonekonsum kritisch hinterfragen.

 

Mit einem Plastikrohling gegen die Sucht

Ein nervöses Zucken im rechten Daumen und die permanente Angst, etwas zu verpassen, sind oft die ersten Anzeichen einer Smartphonesucht. Das Vergessen des Handys auf dem Küchentisch kommt einer mittelschweren Staatskrise gleich und ein leerer Akku macht manch einen versierten Smartphonenutzer so verrückt, dass er nicht mal mehr den Weg von der Bushaltestelle nach Hause findet, wenn er nicht GoogleMaps nach dem Weg fragen kann. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter wurde für all die Süchtigen da draußen jetzt das „Nophone“ entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Stück Plastik im Smartphoneformat, was dem Süchtling das beruhigende Gefühl geben soll, ein Smartphone in der Tasche zu tragen. Das Nophone gibt es in zwei Ausführungen, einmal die reine Plastikversion in angesagtem Schwarz und eine sogenannte Selfie-Version. Der Name lässt manchem versiertem Abstinenzler das Herz warm werden, klingt es doch so vertraut und geliebt. Hinter der Selfie-Version verbirgt sich ein Stück Plastik mit spiegelnder Oberfläche, in der sich der Nutzer selbst dabei beobachten kann, wie die Gesichtszüge ob des kalten Entzugs immer verkniffener werden.

 

Mit dem Nophone gegen die Sucht – und das für nur 12 Dollar!

Smartphonesucht ist ein Nachfolger von Computersucht und ein weit verbreitetes Phänomen. Wie es Süchte so an sich haben, ist sich der Süchtige seines Befalls oft nicht bewusst. Dabei ist es meist offensichtlich, wenigstens für Außenstehende. Wer in jeder freien Minute sein Handy zückt und täglich mehr Wörter mit Whatsapp-Kontakten wechselt als mit seinem realen Umfeld, der steckt meist schon mittendrin in der Smartphonesucht. Das Nophone wurde zum unerwarteten Verkaufsschlager. Mit zwölf Dollar ist es ja auch deutlich preiswerter als ein richtiges Smartphone und bietet sich damit auch für all jene an, die ihre Telefone ständig runterwerfen und mit dauerbrüchigem Display rumlaufen. Auch als Lösung gegen eine Verschuldung durch ausufernde Handyrechnungen ist das Nophone sicher nicht die schlechteste Wahl. Die Selfie-Version kann zusätzlich als Schminkspiegel genutzt werden und ist damit ein echtes Allround-Talent. Als Weiterentwicklung für andere Süchte könnten Forscher über Chips nachdenken, die keine Kalorien haben. Hier wäre eine Selfie-Chipstüte allerdings irgendwie unpassend. Man muss es ja schließlich nicht übertreiben.

 

Mit Material von chip.de

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